Düsseldorf: Gefahr für Fußgänger am Südring

Düsseldorf : Gefahr für Fußgänger am Südring

Die Ampel am Fußgängerüberweg zur Haltestelle der 701 ist für Autofahrer irreführend: Viele Fahrer glauben, sie solle nur auf ein Rotlichtsignal in einiger Entfernung hinweisen. Das hat schon mehrfach zu Beinahe-Unfällen geführt.

Der Fußgängerüberweg zur Haltestelle der Straßenbahnlinie 709 vor der Kardinal-Frings-Brücke macht Roland Deimel Angst. Denn die Ampel, die eigentlich Sicherheit garantieren soll, ist missverständlich für die Autofahrer, weil sie nur die Farben Gelb und Rot zeigt, nicht aber die Grünphase. Autofahrer beachten sie daher oft zu spät, es gab viele Beinahe-Unfälle. Auf diesen Missstand macht der Förderverein Düsseldorf-Hamm seit Jahren aufmerksam - bisher ohne Erfolg.

Auch Deimel wäre einmal fast verunglückt. Er schob seinen Sohn Max im Buggy in Richtung Übergang. Als die Ampel für die Fußgänger "Grün" zeigte, wollte Deimel die Fahrbahn betreten, "Plötzlich schoss ein Lkw an uns vorbei. Wenn ich nicht noch mal geguckt hätte, wäre der Buggy mit meinem Sohn weg gewesen", erinnert er sich.

Die Ursache für die verwirrende und vor allem lebensgefährliche Situation: Der Fußgängerüberweg zur viel genutzten Haltestelle in der Mitte der Fahrbahn ist mit einer Ampel ohne Grünlicht gesichert. "Wenn das gelbe Licht aufleuchtet, vermuten die Autofahrer ein Signal, dass auf Rotlicht der weiter hinten stehenden Ampel aufmerksam machen soll - und fahren weiter", erklärt Roland Deimel. Erst wenn die Ampel auf Rot springt, erkennen die Autofahrer ihren Irrtum - und dann sei es zum Bremsen oft zu spät.

Der Förderverein kennt dieses Problem bereits seit mehreren Jahren. Die Mitglieder haben sogar einen eigenen Arbeitskreis gegründet, der sich mit der Verkehrssituation auf dem Südring beschäftigt.

Daniel Leuchten ist Leiter dieses Arbeitskreises. "Wir haben uns Anfang Januar mit einem ausführlichen Brief an die Stadt gewandt. Es gibt vieles, was verändert werden müsste. Die Haltestellensituation ist eines der Themen, über das wir uns mit der Stadt austauschen möchten", sagt er. Der Arbeitskreis habe auch schon eine Idee entwickelt, wie der Überweg sicherer gemacht werden könne: "Die gesamte Haltestelle müsste nach vorne, also zum Südring hin, verlegt werden. Sie wäre dann auf Höhe der alten Unterführung am Ende des Aderkirchweges. Von dort unten aus könnte ein Aufgang entstehen."

Die Idee hat gleich zwei Vorteile: Der Verkehrsfluss müsste so nicht mehr unterbrochen werden, wenn eine Bahn einfährt. Und für Fußgänger wäre diese Variante sicherer, weil die den vielbefahrenen Südring erst gar nicht mehr überqueren müssten.

Auch der Stadtverwaltung ist die gefährliche Situation an der Bahnhaltestelle bekannt. Holger Odenthal, stellvertretender Leiter im Amt für Verkehrsmanagement, hat dennoch keine schnelle Lösung anzubieten: "Frühestens im Jahr 2016 ist die Modernisierung der Fahrbahn geplant. Und erst danach kann über die Sanierung der Unterführung gesprochen werden, die dann mit einer Haltestellenverlegung einhergehen könnte."

Zudem sei die Finanzierung schwierig: "Die Bezirksregierung ist zwar für die Brückensanierung zuständig, für die Haltestellen jedoch der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr. Die beiden Seiten müssen sich also darüber einig werden, wer die finanziellen Mittel zur Verfügung stellt", so Odenthal.

(RP)
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