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Düsseldorf: Ein Inder bringt seinen Kollegen das Kegeln bei

Düsseldorf : Ein Inder bringt seinen Kollegen das Kegeln bei

Batthrahally Chandrashekara, kurz Chandra, war vor 45 Jahren der einzige im Betrieb, der Ahnung vom Spiel mit den Pins hatte.

Batthrahally Chandrashekara kann in diesem Jahr gleich drei große Ereignisse feiern. Im Februar ist er 80 Jahre alt geworden, mittlerweile ist er seit 50 Jahren in Deutschland und sein Kegelverein feiert 45-jähriges Bestehen.

Chandrashekara, der von seinen Kegelbrüdern der Einfachheit halber nur Chandra genannt wird, ist Gründungsmitglied des Kegelclubs. "Ohne Chandra hätte es unseren Verein nie gegeben. Er hat maßgeblich an der Entwicklung unseres Clubs mitgewirkt", sagt Vereinsvorstand Ralf Reiß.

Im Jahr 1969 haben sich einige Arbeitskollegen und Mitglieder des Betriebssport-Fußballvereins der Victoria-Versicherung überlegt, einen Kegelclub zu gründen. Sie standen aber vor einem gewaltigen Problem: Keiner von ihnen konnte kegeln. "Damals gab es einen regelrechten Kegel-Boom. Jeder, der zehn Mann zusammenbekam, wollte eine Mannschaft gründen. Wir waren da nicht anders", erzählt Reiß.

Ralf Reiß muss immer noch schmunzeln, wenn er an das Jahr 1969 zurückdenkt. Denn ausgerechnet Chandra, ihr indischer Arbeitskollege, der erst vor kurzem in die Firma gekommen war, verstand etwas von dem Spiel mit den Pins. "Für uns war das alles ganz überraschend. In Indien zählt Kegeln ja nicht gerade zum Volkssport. Und trotzdem war Chandra ein Naturtalent auf der Bahn", sagt Herbert Tomm, der damals auch bei der Victoria Versicherung arbeitete.

Chandra beherrschte die Wurftechnik perfekt und kannte sich auch mit der Bedienung der Bahn gut aus. "Mir liegt die Arbeit mit den Händen einfach. Besonders die Drehbewegung beim Werfen", sagt er. Er zeigte seinen Kollegen immer wieder, wie man richtig wirft. Mit der Zeit lernten die anderen Mitglieder des Kegelclubs dazu.

"Wir sind über die ganzen Jahre hinweg richtig gute Freunde geworden. Jedes Jahr fahren wir gemeinsam weg, und runde Geburtstage feiern wir immer zusammen", sagt Ralf Reiß. Und alle zwei Wochen treffen sich die zehn Clubmitglieder zu ihrer bewährten Kegelrunde. Heute sind sie auf der Bahn alle genauso gut aufgestellt wie Chandra. Seinen Einsatz von damals haben sie trotzdem nie vergessen.

(RP)