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Düsseldorf: Sommer 2018 mit neuem Strand im Medienhafen?

Düsseldorf : Sommer 2018 mit neuem Strand im Medienhafen?

Die Grünen sind dafür, an der Grünfläche bei der Wasserschutzpolizei einen Ausgehstrand zu errichten. Das könnte das Quartier beleben, das einst Tausende Nachtschwärmer anzog. Doch nicht alle im Viertel sind begeistert.

Ayaz Mutlu hält die Idee zunächst einmal für abwegig. Dass Düsseldorf einen Strand bekommt, mit Bar und Sand und allem, was dazu gehört. Doch grundsätzlich ist der 26-Jährige natürlich von der Idee begeistert. "Man müsste halt nur gucken, wo der hinkommt", sagt er und schaut sich im Medienhafen um. Es ist nach Mittag, allzu viel ist nicht los, "es könnte der Gegend ja auch ganz gut tun", fügt Mutlu hinzu, "so ein bisschen Leben." Er arbeitet im Medienhafen und würde einen Strand sicher nutzen.

Die Wiese zwischen Wasserschutzpolizei und Fußgängerbrücke könnte nächsten Sommer schon ein Sandstrand sein. Foto: Andreas Bretz

Dabei könnte es der letzte Sommer im Medienhafen ohne Strand sein. Vom Standort auf der Grünfläche an der Wasserschutzpolizei vor der Brücke zum Paradiesstrand könnten Besucher dann zum Medienhafen laufen und umgekehrt. Zumal sich ein privater Investor wohl finden würde, meint Iris Bellstedt von den Grünen. "Wir haben schon mit drei Gastronomen Gespräche geführt, die großes Interesse daran hätten, einen solchen Strand zu betreiben", sagt sie. Auch Bellstedt ist der Überzeugung, dass das Viertel davon profitieren würde. Denn unverändert scheint die Situation der Gastronomie eher schlecht als gut. Abgesehen vom Mittagsgeschäft, das wegen der umliegenden Büros ganz gut läuft, herrscht abends wenig Publikumsverkehr im Medienhafen.

Schon lange beklagen Kenner der Szene die Situation. So sieht etwa der Gastro-Berater Markus Eirund viele Überkapazitäten. Die rührten noch aus der Zeit, als hier Monkey's Island und Diskotheken mit ihrem Nachtgeschäft Tausende Nachtschwärmer anzogen, so Eirund. Ohne Nachtgeschäft gibt es aber auch keine Abendgastronomie", sagt er. Die Lage im Medienhafen sei verzwickt.

Ein Gastronom, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will, hofft auf die Zeit, wenn etwa Trivago seine neue Zentrale bezieht. Den geplanten Strand allerdings sieht er auch kritisch. "Es könnte gut sein, dass dann noch weniger für uns abfällt, weil die Leute lieber an den Strand gehen, als bei uns ihr Bier oder ihren Cocktail zu trinken." Andere Gastronomen allerdings erhoffen sich schlicht mehr Publikum. Vielleicht müsse man dann auch die Öffnungszeiten wieder anpassen, sagt einer, der bisher lediglich bis zum späten Nachmittag sein Geschäft geöffnet hat.

Für Inga Viethen ist der Medienhafen "einer der schönsten Orte in Düsseldorf". Die 39-Jährige kommt oft her, um einen Kaffee oder einen Cocktail zu trinken. Außerdem genießt sie die Atmosphäre. Natürlich sei weniger los als in der Altstadt, aber das mache auch den Reiz der Gegend aus. Einen Strand, einen Party-Strand gar, kann sie sich hier nicht vorstellen. "Ich glaube, da spricht man doch ein ganz anderes Publikum an", sagt sie.

Für sie wäre ein Standort in der Nähe der Altstadt besser geeignet. "Was hier fehlt, ist mehr gehobene Abendgastronomie. Restaurants, Bars, kleinere Läden", sagt sie und sieht auch die Vermieter in der Pflicht. Teilweise zahlen die Gastronomen 40 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter, und das sei schlicht überteuert. Das sei das eigentliche Problem im Medienhafen, meint sie. "Düsseldorf wird niemals am Mittelmeer oder an der Nordsee liegen", fügt sie hinzu. Aber es gebe genug Menschen, die gerne ausgehen und gute Angebote zu schätzen wissen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das war das Monkey's Island in Düsseldorf

(RP)