Düsseldorf: Wildparkfest mit neuem Raubwildgehege

Düsseldorf : Wildparkfest mit neuem Raubwildgehege

Dank des guten Wetters kamen die Familien zahlreich: Viele Kinder und auch ihre Eltern bestaunten am Sonntag beim Wildparkfest im Grafenberger Wald unter anderem Füchse und Waschbären.

Mit großem Staunen steht Neo (10) vor dem Gehege mit den Waschbären im Grafenberger Wald. Drin sitzt Ursula. Sie ist älter als Neo, nämlich schon 16. Beide haben sich noch nie gesehen, und doch ist Ursula, die älteste Waschbär-Dame im Wildpark, an Kinder gewöhnt. Und das ist gut so, denn es waren jede Menge Trubel, Geschrei und vor Freude kreischende Kinder zu hören.

Das Figurentheater Pantao mit seinen Stelzenfiguren Baumgeist, Waldelf und Birkenfee beim Wildparkfest. Foto: Andreas Endermann

Angesichts eines rekordverdächtig umfangreichen Programms und sehr guten Spätsommerwetters war der Andrang im Gatter enorm. Neo beeindruckte vor allem, dass die Waschbären neben dem sehr kletterfreundlichen Gehege einen eigenen steinernen Brunnen mit Bach haben. "Würde ich auch gern drin klettern", meinte der Zehnjährige. Geht aber nicht, der ist nur für die Waschbären.

Denn der kleine Bachlauf ist neu und wurde gerade erst für 7500 Euro gespendet. Ein Abschiedsgeschenk, denn Ursula und ihre vierjährigen Waschbär-Kollegen Bernd und Günter dürften die letzten Tiere ihrer Art im Grafenberger Wildpark gewesen sein. Die EU hat 2016 eine neue Richtlinie erlassen, die die Haltung bestimmter Neozoen in Tierparks verbietet. Neozoen sind unerwünschte, nicht heimische Arten, die in manchen Fällen die einheimische Tierwelt in ihrer Existenz gefährden.

Noch ist unklar, wie es mit den Dreien also weitergeht. "Wir warten derzeit auf die Umsetzung der Richtlinie in deutsches Recht und hoffen auf eine Übergangsregelung für Tiere, die schon da sind", sagt Wildpark-Chef Björn Porsche. Da Bernd und Günter noch sehr junge Waschbären seien, dürften die Düsseldorfer noch lange Spaß daran haben. "Neue Waschbären werden aber definitiv nicht kommen, Nachzuchten sind verboten, Haltung auch", so Porsche.

Besser haben es da die benachbarten Füchse namens Hazel und Nandu, die dürfen als heimische Art nicht nur bleiben, sie haben erst grade ein nagelneues Gehege erhalten. Beide sind sehr zahm, da sie nicht aus der Wildnis stammen, sondern von Menschen mit der Hand aufgezogen wurden.

Nicht in seinem Gehege, sondern in einer Art Streichelbox verbrachte Iltis Pratos den Sonntag im Wildpark. Auch er ist handzahm — und beliebt bei den Kindern.

Neben den Tieren als Attraktion boten sich vor allem den kleinen Besuchern zahlreiche Mitmachaktionen. So konnten etwa Würstchen am Stock über einem Lagerfeuer gegrillt werden. Kinder konnten auch mit Hilfe eines Erwachsenen selbst einen Baumstamm durchsägen und einen riesigen Holz-Voll-Ernter bestaunen. An einem anderen Stand wurde gezeigt, welche Pilze, die man derzeit im Wald sammeln kann, essbar sind, und welche giftig. Am zehnten Wildparktag waren Naturschutzorganisationen wie Naturschutzbund, Greenpeace und auch die Kreisjägerschaft mit der rollenden Waldschule vertreten.

Öffnungszeiten täglich 15. Januar bis 15. Februar von 9 bis 17 Uhr 16. Februar bis 31. März von 9 bis 18 Uhr, mit Beginn der Sommerzeit spätestens ab 1. April bis 30. September von 9 bis 19 Uhr. 1. Oktober bis 31. Oktober von 9 bis 18 Uhr mit Beginn der Winterzeit, spätestens ab 1. November bis 1. Dezember von 9 bis 17 Uhr. 2. Dezember bis 15. Januar von 9 bis 16 Uhr.

Eintritt frei

Hunde Auch angeleint dürfen Hunde wegen der Wildtiere nicht in den Wildpark.

(tb.)
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