Grafenberg : Skulptur wird zum Windspiel

Das bewegliche Kunstwerk auf zwei Stahlsäulen von Ulrich Hassenpflug wurde gestern vor dem Tischtennis-Zentrum eingeweiht.

Es gibt keine Stadt in Deutschland, die international derart eng mit Tischtennis in Verbindung gebracht wird wie Düsseldorf. Das liegt natürlich vor allem an den vielen Erfolgen von Borussia, deren Zuhause am Staufenplatz in Grafenberg ist. Dort entsteht gerade das neue Tischtennis-Zentrum, wo neben dem Verein auch Nationalspieler trainieren werden. Es soll in der zweiten Märzhälfte fertig werden.

Im Mai findet auch die Tischtennis-Weltmeisterschaft in Düsseldorf statt, nicht am Staufenplatz, sondern in der Messe. Die gestrige Einweihung einer außergewöhnlichen Skulptur dient aber nicht nur dazu, das Tischtennis-Zentrum aufzuwerten, sie taugt auch als Werbemaßnahme für dieses sportliche Ereignis der Extra-Klasse, das in diesem Jahr immer ein wenig im Schatten des Grand Départ steht.

Als "Aushängeschild" der Stadt bezeichnete Sportdezernent Burkhard Hintzsche den Verein, weiß er doch sehr wohl, dass der Name Borussia Düsseldorf im Gegensatz zu manch anderen lokalen Clubs weltweit (natürlich besonders im tischtennisaffinen Asien) einen guten Klang hat. Dementsprechend greift das Kunstwerk, das der Bildhauer Ulrich Hassenpflug geschaffen hat, das auf, was den Sport ausmacht: Zwei stilisierte Tischtennisschläger ragen in zwei Stahlsäulen gestülpt in die Höhe, sind jedoch nicht starr, sondern beweglich. So wird die Skulptur bei einer Böe zum Windspiel. Der Titel: "Gegeneinander".

Warum er seine viereinhalb Meter hohe Plastik so getauft hat, dafür kann Hassenpflug gleich mehrere Gründe benennen: "Es geht natürlich um das Spiel, das zwischen zwei Konkurrenten ausgetragen wird, ebenso um die Bewegung und Dynamik, die diesen Sport auszeichnet", sagt der Künstler, der als Jugendlicher selbst ganz gerne zum Schläger gegriffen hat. Darüber hinaus befinde sich das Tischtennis-Zentrum ja auch von der Grafenberger Allee aus gesehen auf der anderen Seite des Staufenplatzes, also quasi gegenüber. Und nicht zuletzt: "Ich begreife mich auch als Künstler dem Werk gegenüber, auf Augenhöhe."

Die Skulptur haben Hassenpflug und ein Freund erst am Abend zuvor aufgestellt - bei dem 750-Kilogramm-Koloss sicher kein Spaziergang. Angefertigt hat er das Werk komplett in seinem Atelier in Eller, begonnen hat er damit am 4. Januar. "Zum Glück ist alles rechtzeitig fertig geworden", sagt Hassenpflug.

Dass die Tischtennis-WM nicht in gleichem Maße in das Bewusstsein der Düsseldorfer gerückt ist wie die Tour de France, obwohl doch Millionen Menschen Tischtennis spielen würden, war auch Thema eines Antrags der CDU in der letzten Sitzung der Bezirksvertretung 7. Die Partei wollte, dass der Verein Borussia vom Stadtteilparlament unterstützt wird. Zu prüfen sei auch, inwiefern Aktionen im Stadtbezirk durchgeführt werden könnten, um die WM zu pushen. Dieser Antrag stieß jedoch auf wenig Gegenliebe bei den anderen Politikern, da die WM ohnehin in der Messe und nicht in Grafenberg stattfinde und die Veranstaltung außerdem bereits so gut wie ausverkauft sei.

(RP)
Mehr von RP ONLINE