Mobile Redaktion Grafenberg : Was die Grafenberger bewegt

Am Samstag steht die Mobile Redaktion der Rheinischen Post vor dem Rewe-Markt an der Grafenberger Allee.

Es gibt sicherlich unangenehmere Stadtteile als Grafenberg, um dort zu wohnen. Dennoch gibt es auch hier Themen, die als Ärgernis empfunden werden, zum Teil seit Jahrzehnten. Der Bahnlärm entlang des Ostparks zum Beispiel oder auch der tägliche Verkehr zur Rushhour, der durch den Stadtteil fließt. Was die Bürger wirklich bewegt, will die Rheinische Post am Samstag erfahren, wenn die Mobile Redaktion in Grafenberg Station macht. Darüber wird aktuell im Stadtteil geredet:

Grenzen Der Bürgerverein hat das Thema angestoßen, und was von manchem zu Beginn womöglich als Schnapsidee abgetan wurde, nimmt inzwischen konkrete Formen an. Was viele geografisch als Grafenberg betrachten, soll auch zu Grafenberg gehören – Rennbahn, Wald und Wildpark, Rochusclub und sogar der TV Grafenberg zählen offiziell zu Ludenberg oder auch Gerresheim. Der Bürgerverein hat eine Fragebogenaktion initiiert, von 350 Angeschriebenen antworteten immerhin 50. „Und ausnahmslos alle stimmen unserem Vorhaben zu, das verschafft uns Rückenwind“, sagt der Vorsitzende Reinhard Naujoks, der sich über prominente Unterstützung seitens Borussia Düsseldorf, des Reiter- und Rennvereins oder auch der Seniorenresidenz am Grafenberger Wald besonders freut. So zitiert Naujoks aus einem Brief von Horst Klosterkemper, Organisator des World Team Cups (WTC) im Rochusclub: „WTC, das war regional, national und international immer Grafenberg!“ Dennoch will Naujoks Vorsicht walten lassen, keinen Schnellschuss riskieren und zunächst die Politik im Stadtbezirk um sich scharen, bevor ein offizieller Antrag gestellt wird.

Verkehr Der tägliche Autoverkehr, der morgens über die Ludenberger Straße durch Grafenberg rollt, nervt die Anwohner, auch ab dem Nachmittag sind die Straßen oft verstopft. Kommen in ein paar Jahren womöglich noch weitere Neubürger hinzu, die auf dem heutigen Gebiet der Bergischen Kaserne ein Häuschen haben und in die Innenstadt wollen, wird der endgültige Verkehrsinfarkt befürchtet. Was kann Abhilfe schaffen, die Seilbahn? „Möglich“, sagt Hanno Bremer, Grafenberger und stellvertretender Bezirksbürgermeister, „aber das wird verdammt teuer“. Billiger wäre möglicherweise ein Tunnel durch den Grafenberger Wald, „denn dafür gibt’s Bundeszuschüsse“. Zunächst aber müssten Gelder für eine Machbarkeitsstudie in den Haushalt eingestellt werden, mit seinem entsprechenden Antrag ist Bremer aber unlängst in der Bezirksvertretung zum wiederholten Male gescheitert. „Aber nichts zu tun, kann auch nicht die Lösung sein, mittlerweile stehen ja sogar die neuen Metro-Busse im Stau“, sagt Bremer.

Zentrum Grafenberg hat kein richtiges Zentrum, das wird immer wieder kritisiert. Die Idee von Joachim Heuter, für die SPD in der Bezirksvertretung und auch Mitglied im Bürgerverein, an der Ecke Geibelstraße/Grafenberger Allee eine Platzsituation zu schaffen und einen Wochenmarkt zu installieren, ist zwar nicht vom Tisch, aber vorerst auf Eis gelegt. „Das dauert seine Zeit, ich will die Bürger und Anwohner natürlich auch mitnehmen und so etwas nicht über ihren Kopf hinweg entscheiden“, sagt er. Sehr viel weiter ist man da in Grafenberg mit dem Projekt, ein leerstehendes Ladenlokal in dem Pavillon am Staufenplatz als Treffpunkt für den Stadtteil auszubauen. Gleich fünf Institutionen haben ihre Hände mit im Spiel – Graf-Recke-Stiftung, evangelische und katholische Kirche, DRK und Bürgerverein. Inzwischen gibt es auch einen Termin für die Einweihungsparty: Am 3. November ab 11 Uhr wird es soweit sein. Und: „Wir haben es auch geschafft, den Standort für einen öffentlichen Bücherschrank näher an den Pavillon heranzurücken“, sagt Heuter, der sogar offen über eine Art Lesesessel davor nachdenkt.

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