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Luis und sein Opa sammeln Kastanien für die Tiere im Wildpark in Düsseldorf

Düsseldorf-Grafenberg : Luis und sein Opa sammeln Kastanien für die Tiere im Wildpark

Luis und Opa Georg versorgen die Tiere im Wildpark mit Kastanien und Eicheln. Der große Tag steht kurz bevor: „Am Mittwoch bringen wir alles zum Wildpark“, erzählt der Siebenjährige.

Wenn Luis aus der Carl-Sonnenschein-Schule kommt, legt er meistens schon los. Keine Kastanie, keine Eichel auf dem Boden bleibt unbeachtet liegen. Am Nachmittag geht es dann mit dem Rad durch den Ostpark, gerne auch entlang des Grünstreifens an Limburg- und Altenbergstraße in Grafenberg – immer auf der Suche nach den Herbstfrüchten, die jetzt reichlich von den Bäumen fallen. Stets an seiner Seite: Opa Georg. Säcke- und körbeweise hat das eingespielte Duo in diesem Jahr schon wieder gesammelt, denn der große Tag steht kurz bevor: „Am Mittwoch bringen wir alles zum Wildpark“, erzählt der Siebenjährige euphorisch.

Damit bessert sich Luis dann ein wenig sein Taschengeld auf. Für ein Kilogramm Kastanien gibt es zehn Cent, für ein Kilogramm Eicheln sogar 20 Cent. Das mag nicht viel sein, aber es geht Luis auch mehr um die gemeinsame Freizeit mit Opa Georg. „Wir erleben immer viele Abenteuer zusammen. Letztens haben wir eine Kröte gesehen, außerdem stellen die Menschen immer so lustige Fragen, wenn sie uns sammeln sehen“, berichtet der junge Naturfreund. Und außerdem tun Luis und Opa Georg das ja ohnehin vor allem für die Tiere. „Rehe mögen Kastanien, Wildschweine eher Eicheln“, erzählt der Siebenjährige stolz.

„Wir machen das jetzt schon, seit Luis zwei Jahre alt ist, und er hat immer noch Spaß daran“, sagt Georg Berrang. „Vor allem der Abgabetag im Wildpark ist für die Kinder stets ein tolles Erlebnis.“ Dann kommt Hubert, der Mann an der Waage, und wuchtet die vollen Kartoffel- und Zwiebelsäcke hoch. „Wir sagen immer: Der Hubert, das ist eine coole Socke“, so Berrang, der es liebt, mit seinem Enkel so viele Stunden wie möglich an der frischen Luft zu verbringen.

Und dabei kann man auch noch so viel lernen, über die heimischen Bäume, im Wildpark über die Tiere, „dieses Wissen geht doch vollkommen verloren. Kastanien zum Beispiel wird es bald nicht mehr geben“, weiß Berrang um den tückischen Pilzbefall, der mittelfristig dem vielleicht deutschesten aller Bäume den Todesstoß versetzen wird.

Noch ist es nicht so weit, und daher werden Opa und Enkel wohl auch nach dem bevorstehenden Abgabetermin kräftig weitersammeln, denn der nächste folgt schon am 10. Oktober. Was man dabei unbedingt beachten sollte: „Nicht in Plastiktüten sammeln, lieber in Körben oder eben alten Karoffelsäcken – sonst schimmeln die Früchte“, weiß Georg Berrang zu berichten, der hofft, dass auch andere Omas und Opas sich die Zeit nehmen, derart sinnvoll ihre Freizeit mit den Enkeln zu verbringen: „Das schweißt zusammen, man wird zum Sammler und Jäger, das ist ein richtiges kleines Abenteuer. Und man bewegt sich vernünftig und rostet nicht“, sagt er. Luis findet das ohnehin alles klasse. „Von dem Geld kann ich dem Opa dann endlich auch mal ein Eis ausgeben“, sagt der Zweitklässler freudestrahlend.