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Hcohwasser in Düsseldorf: Blutbuche im Ostpark wird zum Mahnmal

Mahnmal in Düsseldorf : Sterbende Blutbuche im Ostpark wird zum Mahnmal

Der Baum wurde durch Orkan Ela 2014 schwer beschädigt. Vor zwei Monaten wütete Sturmtief Bernd über Düsseldorf mit verheerenden Folgen. Die Ostparksiedlung wurde zum Beispiel überschwemmt. Um an diese Naturkatastrophen zu erinnern, hat die Baumschutzgruppe aus der Buche ein Denkmal gemacht.

Einst war sie ein prachtvoller Baum, so hoch gewachsen, dass sie im Sommer meterweit Schatten spendete. Als Orkan Ela 2014 wütete, wurde die Blutbuche im Ostpark so schwer beschädigt, dass heute nur noch der graue Stamm geblieben ist, eine Krone trägt die Buche längst nicht mehr. Inzwischen hat der Baum auch an Standsicherheit verloren. Und trotzdem soll er nicht so bald verschwinden von der Wiese im Park, die Baumschutzgruppe Düsseldorf hat die Buche zum „Natur-Kunst-Werk“ gemacht, das Grabmal, Denkmal und Mahnmal zugleich sein soll.

Für das Projekt haben die Mitglieder der Baumschutzgruppe jede Menge Treibholz zusammengetragen, das nach Tief Bernd und dem Hochwasser im Juli an die Ufer des Rheins angespült worden ist. Das Treibgut wurde nun von der Baumschutzgruppe sternförmig um die Blutbuche herum angeordnet, zu einer sogenannten „Leonardo-Brücke“ – ein Flechtprinzip für starre Teile, die sich durch geschickte Verschränkung gegenseitig fixieren. Dübel, Schrauben, Nägel oder Seile werden nicht benötigt. Die sterbende Blutbuche mit dem Treibgut soll an den Orkan und das Hochwasser erinnern, das ganz in der Nähe in der Ostparksiedlung verheerende Schäden angerichtet hat.

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Normalerweise setzt sich die Baumschutzgruppe für den Erhalt lebender Bäume ein, dieses Mal aber lenkt sie auf die Folgen der aus dem Takt geratenen Rhythmen der Jahreszeiten hin, „die nun bis in unsere Breitengrade mit außergewöhnlichen Stürmen und Starkregen mit Überschwemmungen deutlich spürbar sind“, sagt Andrea Vogelgesang von der Initiative. Die Natur habe keine Zeit mehr zur Regeneration. „Um der abgängigen Buche mit ihren wichtigen Aufgaben für das Ökosystem die Würde zu geben, weiterhin aufrecht sterben zu können, ist sie nun von einem Wall umgeben“, sagt Vogelgesang.

Während der Aktion hat Uli Schürfeld von der Baumschutzgruppe ein Statement vorgelesen, in dem er dringlich auf einen anderen Umgang mit der Natur hinweist und dabei unter anderem die Forderung bekräftigt, in der Brut- und Schonzeit keine Bäume mehr zu fällen, so wie es das Gesetzt auch vorsieht.

(nika)