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Ein ganzer Stadtteil in Düsseldorf hilft in der Corona-Krise

Corona-Krise in Düsseldorf : Ein Stadtteil macht bei Corona mobil

Schutzmasken nähen, Einkaufshilfen, Vermittlung von Gesprächspartnern am Telefon oder Sprechstunden im Stadtteiltreff: In Grafenberg koordinieren mehrere Organisationen, Privat- und Geschäftsleute die Hilfsangebote.

Es gibt inzwischen viele Vereine, Institutionen, Privatleute in Düsseldorf, die ihre Hilfe in der Corona-Krise anbieten, damit vor allem ältere Menschen, die jetzt besonders schützenswert sind, nicht auf der Strecke bleiben. In Grafenberg ist es fast schon ein ganzer Stadtteil, der mobil macht und in vielfältiger Weise Unterstützung anbietet. Organisationszentrum und Anlaufstelle ist „Das Rund“, der Treffpunkt im Pavillon am Staufenplatz. Das wird unternommen:


Masken Für Senioren und Menschen mit erhöhtem Infektionsrisiko werden ehrenamtlich Stoffmasken angefertigt. Da schnell mehr als 70 Interessierte Bedarf anmeldeten und parallel auch viele Berge an Stoffen und die so rar gewordenen Gummibänder gespendet wurden, kamen die Freiwilligen im „Rund“ mit dem Nähen nicht mehr nach. Die Schneiderei Azami an der Grafenberger Allee 411 sprang spontan ein. Nasrin und Nalbandan Azami nähen seitdem neben ihrer anfallenden Arbeit einen Mund- und Nasenschutz nach dem anderen. Besonders beliebt: die Ausführung mit dem Smiley.

Herzensgespräche Dagobert Hellebrand, langjähriger Mitarbeiter im Firmenkundenbereich einer renommierten Bank, hat die Initiative ins Leben gerufen. Die Idee dahinter: Es soll der telefonische Kontakt zwischen Menschen hergestellt werden, die alle den gleichen Wunsch haben: jemanden zum Reden zu finden. Interessierte erhalten zehn Telefonnummern, die eigene wird an die anderen Teilnehmer weitergegeben. So entstehen (anonyme) Telefonfreundschaften, die auch bei eingeschränkter Mobilität aufrechterhalten werden können. Weitere Informationen: www.herzensgespraeche.net.

Einkaufshilfe Die Gemeinde St. Ursula unterbreitet ein Angebot für Senioren, die nicht mehr selbst ihre Einkäufe erledigen können. Auch wer selbst mithelfen möchte, kann sich auf eine Helferliste schreiben lassen. Wer jemanden kennt, der durch St. Ursula unterstützt werden soll, kann sich an das Pastoralbüro wenden: Telefon 289330 oder jaik@st-margareta.de.

Sprechstunden Der Quartiersmanager des Projekts „Nachbarschaft stiften”, Andreas Vollmert, hält Sprechstunden im ansonsten geschlossenen Stadtteiltreff am Staufenplatz aufrecht. An den Eingangstüren liegen außerdem Vordrucke zum Mitnehmen für Nachbarn, die im eigenen Haus aufgehängt oder in die Briefkästen geworfen werden können. Aufgelistet sind dort Angebote zum Einkaufen, Gassi gehen, Medikamente holen oder auch Babysitting. Das „Rund“ im Pavillon ist zu erreichen unter: andreas.vollmert@osterkirchengemeinde.de oder telefonisch unter 0178 3114278.

Teilnehmer Bürgerverein Grafenberg, die Graf-Recke-Stiftung, das DRK-Zentrum Grafental sowie beide Kirchengemeinden.

Info: Besuchen Sie auch die neue Plattform der Rheinischen Post unter www.rp-gemeinsamstark.de. Auf dieser Plattform wollen wir Helfer und Hilfsbedürftige zusammenführen, beispielsweise für den Einkauf für einen älteren Nachbarn oder das Hilfspaket für Obdachlose. Gleichzeitig wollen wir einen Marktplatz für Dienstleistungsunternehmen aus Handel, Handwerk und Gastronomie schaffen, die durch die Krise in Not geraten sind.