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Düsseldorf: Menschen mit Hunden machen Demenzpatienten ehrenamtlich Freude

Ehrenamt-Projekt für Menschen mit Demenz in Düsseldorf : Krankenbesuche auf vier Beinen

Der Verein „4 Pfoten für Sie“ sucht auch in der Landeshauptstadt Hundehalter, die mit ihren Vierbeinern Menschen mit Demenz Freude machen wollen.

Jette, Elmo und Tequila sind das Highlight der Woche, wenn sie mit ihren Frauchen vorbeischauen. Die Vierbeiner gehören zum Team „4 Pfoten für Sie“, das seinen Besuchsdienst für Demenzkranke nun auch in Düsseldorf anbieten will. Dafür werden noch Menschen mit Hund gesucht, die sich ehrenamtlich engagieren möchten.

Ein- bis zweimal pro Woche sind Katrin Meyer und Elmo unterwegs, um Senioren mit Demenz zu besuchen. Oft werden die beiden schon sehnlichst erwartet. Der zweijährige Rüde ist ein kleiner Charmeur, der mit seiner guten Laune den älteren Herrschaften ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Einige erinnert der quirlige Elmo an ein eigenes Haustier. Für Menschen mit Demenz sind Erinnerungen ein wichtiger Teil ihres Alltags. Denn genau die kommen ihnen oft mehr und mehr abhanden.

Die „4 Pfoten für Sie“-Teams besuchen die Demenzkranken, wenn möglich zuhause. Sie gehen aber auch in Einrichtungen oder, wie Elmo und sein Frauchen Katrin Meyer, auch mal mit den Senioren spazieren.

Vor zwölf Jahren rief Änne Türke „4 Pfoten für Sie“ gemeinsam mit der privaten Schadeberg-Herrmann-Foundation und der Alexianer Köln GmbH als Träger des Projekts ins Leben. Inzwischen sind es rund 80 Mensch-Hund-Teams, die regelmäßig ehrenamtlich unterwegs sind. Nach Köln, dem Rhein-Sieg-Kreis und Krefeld, will „4 Pfoten für Sie“ sein Engagement für Demenzkranke auch in Düsseldorf anbieten.

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Gesucht werden dafür Mensch-Hund-Teams, die Lust haben, sich einmal in der Woche ein bis zwei Stunden Zeit zu nehmen, um Senioren mit Demenz oder Alzheimer mit ihrem Besuch glücklich zu machen.

Bevor es allerdings soweit ist, sollten Interessierte wissen, was auf sie zukommt. Deshalb bietet der Besuchsdienst am 16. Februar und am 16. März jeweils ab 19 Uhr Online-Infoabende an. „Wir werden dabei nicht nur unsere Arbeit vorstellen, sondern auch schon einen kurzen Einblick geben, was man über den Umgang mit Demenzkranken wissen sollte“, erklärt Änne Türke. „Wer danach immer noch mitmachen möchte, den laden wir an drei Terminen im März und April zum Casting auf dem Gelände des LVR-Klinikums in Grafenberg ein“, fährt sie fort. Dort hat die Alzheimer Gesellschaft Düsseldorf e. V. ihren Sitz, die das Projekt unterstützt. Dieses Casting sei wichtig, betont Änne Türke. „Denn wir müssen schon sehen, ob Mensch und Hund geeignet für diese Aufgabe sind“.

Voraussetzungen für die Zweibeiner „sind Offenheit, Lust sich regelmäßig ehrenamtlich zu engagieren und die Bereitschaft, sich mit den Besonderheiten im Umgang mit Demenzkranken zu befassen“, zählt sie auf. Und die Vierbeiner, was sollten sie mitbringen? „Sie müssen keine Tricks draufhaben oder besonders talentiert sein“, beruhigt Hundetrainerin Jenny Bissling und ergänzt: „Es reicht, wenn sie offen fremden Menschen und ungewohnten Situationen gegenüber sind. Hilfreich ist es auch, wenn sie sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen lassen“. Die Duisburgerin ist selbst mit ihrer Französischen Bulldogge Tequila begeisterte Besucherin. „Ich kam durch meinen Hund auf dieses tolle Angebot, das mich dann dazu brachte, mich zur Trainerin ausbilden zu lassen“, verrät Bissling. Sie wird das Projekt in Düsseldorf sowohl bei den Castings als auch bei den sich anschließenden Qualifizierungskursen, die an drei Wochenenden im Mai und Juni stattfinden sollen, begleiten.

Wer kann denn den Besuchsdienst überhaupt in Anspruch nehmen? „Angehörige von Demenzkranken oder Einrichtungen können bei uns ganz unkompliziert anfragen“, macht Änne Türke Mut, das ehrenamtliche Angebot anzunehmen. Sie weiß, dass „vor allem Menschen, die aufgrund ihres Alters oder anderer Einschränkungen keinen Hund halten können und Tiere lieben, ganz besonders von unseren Besuchen profitieren. Es regt ihre Mobilität an, hebt ihre Stimmung und bringt nicht zuletzt auch etwas Abwechslung in ihren Alltag“, zählt Änne Türke auf.