Düsseldorf-Grafenberg: Dem Weiher geht das Wasser aus

Parks in Düsseldorf : Dem Weiher geht das Wasser aus

Der Wasserspiegel im Ostparksee sinkt bedrohlich. Hanno Bremer hat eine Idee, wie der Weiher zu retten wäre. Er schlägt eine Abdichtung mit Lehm vor und will das Gewässer über ein Rohrsystem an die Düssel anbinden.

Idyllisch ist er ja nach wie vor, der Weiher im Ostpark. An den Ufern ist jedoch erkennbar, dass etwas nicht stimmt: Der Wasserspiegel sinkt dramatisch. Anwohnern und Spaziergängern ist das natürlich nicht entgangen, sie sorgen sich um ihr Kleinod in Grafenberg. Von Armutszeugnis oder gar Skandal ist die Rede in Beschwerden, die auch Hanno Bremer, unter anderem Ortsvorsitzender der CDU in Grafenberg, erreicht haben. Bereits während der Hitzeperiode im Sommer sei absehbar gewesen, dass der See zu kippen droht. Mitte August hat die Stadt reagiert und durch die Feuerwehr Wasser nachgeführt sowie den Weiher umgewälzt, um so auch den Sauerstoffgehalt zu erhöhen, damit Tiere und Pflanzen nicht eingehen. Allerdings wurde auch da einmal mehr deutlich, wo das eigentliche Problem des Ostparkweihers liegt: Er ist mit dem Grundwasser verbunden, das zugeführte Wasser versickert zwangsläufig im Erdreich, eine wirkliche Pegelerhöhung ist so also gar nicht möglich.

„Wir hatten 2003 schon einmal eine solche Situation, es gab massive Beschwerden aus der Bevölkerung“, sagt Bremer. In der Bezirksvertretung 7 wurde eine Ausbaggerung und eine Verbindung des stehenden Gewässers mit der Düssel beantragt. Doch die Verwaltung lehnte ab. Auf der Sohle des Weihers gebe es keine wesentlichen Schlammablagerungen, die eine kostspielige Ausbaggerung erforderlich machen würden. Eine Anbindung an die nördliche Düssel, um so für einen andauernden Wasseraustausch zu sorgen, wäre technisch zwar möglich, das wäre wegen der notwendigen Straßenquerung und der vorhandenen Versorgungsleitungen aber ein teurer Spaß. Entsprechend wurde nichts aus der Idee.

Aber Hanno Bremer lässt so schnell nicht locker, das beweist er jedes Jahr mit seinem Antrag, einen Tunnel durch den Grafenberger Wald zu legen, um so die B9 von Verkehr zu entlasten. Der wird zwar stets abgelehnt, im Folgejahr stellt er ihn trotzdem aufs Neue. Auch beim Ostparkweiher will er so schnell nicht aufgeben. „Der See müsste unten mit einer Lehmschicht abgedichtet werden. Und auch die Anbindung an die Düssel über ein Rohrsystem unter der Zweibrückenstraße ist sinnvoll. Notfalls muss man dafür halt mal Geld in die Hand nehmen“, sagt der stellvertretende Bezirksbürgermeister. Im Rahmen der Haushaltsberatungen hat er den Antrag gestellt, die Sanierung von der Verwaltung prüfen zu lassen. Er wurde abgelehnt – allerdings vor allem, weil ein solcher Antrag nicht in die Etatberatungen passe, so die anderen Parteien. Das Bewusstsein für das Problem sei sicher bei allen vorhanden, ist Bremer überzeugt, auch mit Umweltdezernentin Helga Stulgies habe er bereits darüber gesprochen. „Sie ist sich der Problematik bewusst, und sie hat auch durchblicken lassen, dass sie handeln will“, so Bremer.

Der gesamte Rand des Weihers liegt inzwischen frei von Wasser – auch außerhalb der heißen Jahreszeit. Foto: Marc Ingel
Der schlammige Uferbereich ist kein schöner Anblick und könnte sich noch weiter vergrößern. Foto: Marc Ingel

Also wird Hanno Bremer seinen Prüfantrag an anderer Stelle erneut stellen. „Es kann doch nicht sein, dass man nicht wenigstens prüft, ob so etwas möglich ist. Wenn nicht, dann eben nicht. Am Schwanenspiegel wurde etwas ganz Ähnliches gemacht, warum soll das also nicht auch im Ostpark funktionieren“, fragt Bremer, der parallel über seine Ratsfraktion versuchen will, die Rettung des Ostparkweihers auf höherer Ebene voranzutreiben.

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