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Bürgerverein in Düsseldorf enttäuscht über Stadtteilpolitik

Stadtteilgrenzen in Düsseldorf : Bürgerverein von Politik enttäuscht

Die Parteien in der Bezirksvertretung 7 äußern sich hinsichtlich der gewünschten Grenzerweiterung von Grafenberg skeptisch. Aber der Bürgerverein will nicht aufgeben.

Ziemlich enttäuscht ist der Bürgerverein Grafenberg über die Antworten der Parteien in der Bezirksvertretung 7 hinsichtlich der anvisierten Grenzverschiebung zu Lasten von Ludenberg und zu Gunsten von Grafenberg. Der Vorstand des Bürgervereins hatte zur Vorbereitung eines neuen eingeschränkten Antrags in dem Stadtteilgremium die jeweiligen Fraktionsvorsitzenden um eine grundsätzliche Bewertung des Anliegens gebeten.

„Auf unsere Anfrage kamen jedoch durchweg ausweichende Antworten. Es wurde meist das Argument der Verwaltung übernommen, dass die Umfrage des Bürgervereins in dem betroffenen Gebiet aus dem Jahr 2018 nicht mehr aktuell und nicht ausreichend repräsentativ sei“, erklärt der Vorsitzende Reinhard Naujoks.

Offensichtlich soll seiner Meinung nach versucht werden, die Einreichung des Antrags weiter hinauszuzögern. „Dabei haben unsere Befrager zwischen Pöhlenweg und Fahneburgstraße an jeder Haustür geklingelt. Schon der mündliche Zuspruch war überwältigend und ebenso eindeutig positiv wie die zurückgesandten Fragebögen“, so Naujoks. Repräsentativ sei die Befragung ebenfalls gewesen, denn in dem benannten Gebiet habe jeder Haushalt einen Fragebogen, wenn nicht persönlich, dann in seinen Briefkasten, erhalten. „Und die Verwaltung lehnte ihrerseits eine weitere Umfrage im Rahmen der letzten Kommunalwahl ab, die mit geringen Mehrkosten möglich gewesen wäre“, sagt Naujoks.

Der Bürgerwille sei durch die Politik jedoch unbedingt umzusetzen, beharrt der Vorsitzende des Bürgervereins. Um den insgesamt mehr als 6000 Grafenbergern und möglichen Neubürgern zu dokumentieren, wie welches Mitglied der Bezirksvertretung 7 in dieser Angelegenheit abstimmt, will der Vorstand eine namentliche Abstimmung bei dem neuen Antrag einfordern. „Der Bürgerverein wird in dieser Frage nicht nachgeben, wir haben einen langen Atem, wie die Tieferlegung der Eisenbahn am Staufenplatz gezeigt hat – das hat 80 Jahre gedauert, nicht zuletzt, weil es viele Millionen gekostet hat“, sagt Naujoks. Die Änderung der Stadtteilgrenzen würde für die Bezirksvertreter jedoch lediglich bedeuten, einmal die Hand zu heben und für die Verwaltung ein paar Federstriche, Geld würde es hingegen nicht kosten. Jetzt baut der Bürgerverein Grafenberg zunächst auf ein Gespräch mit der neuen Bezirksbürgermeisterin Maria Icking.