Grafenberg: Anwohner bedauern Abbau von Gaslaternen

Grafenberg: Anwohner bedauern Abbau von Gaslaternen

Weil Masten und Leitungen marode sind, müssen die Leuchten saniert werden. Elektrische Beleuchtung ist umweltfreundlicher.

Die 49 Gaslaternen auf der Hardtstraße werden für immer verschwinden. Weil sie Schäden aufweisen, sollen sie durch elektrische Leuchten ersetzt werden. Dieser Beschluss der Bezirksvertretung 7 ist für viele Bewohner der gepflegten und alten Wohnstraße in Grafenberg unverständlich und erfüllt sie mit Wehmut. "Die Gaslaternen sind ein Kulturgut und prägen die Straße. Aus Sicht der Bürger können sie erhalten werden, weil Schäden nicht zu sehen sind und daher nicht groß sein können", sagte Rheinhard Naujoks in der Bezirksvertretung. Er ist Sprecher einer Anwohner-Initiative, die mehr als 60 Unterschriften für den Erhalt der Gaslaternen gesammelt hat.

Eine andere Sicht haben die Fachleute der Stadtwerke und vom Amt für Verkehrsmanagement. "Die Laternen sind mehr als 65 Jahre alt und haben ihre durchschnittliche Lebensdauer längst überschritten. Und bei Leitungsarbeiten sind Korrosionsschäden mit Löchern am Fuß der Masten festgestellt worden", erklärte Patrick Stiehler vom Amt für Verkehrsmanagement. Die Masten müssten auf jeden Fall saniert werden. Die Stadtwerke lehnten aus Sicherheitsgründen einen weiteren Betrieb ab.

Der Masterplan Straßenbeleuchtung der Stadt empfiehlt in diesen Fällen, auf elektrische Laternen umzurüsten. Denn der Energieverbrauch verringert sich um mehr als 95 Prozent, erklärte Stiehler. Dadurch vermindere sich der Ausstoß des klimaschädlichen CO2 von 48 Tonnen auf 2,9 Tonnen pro Jahr. Durch geringeren Verbrauch würden auch die Betriebskosten für die Straßenbeleuchtung gesenkt.

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"Die Entscheidung ist nicht leicht gefallen, aber die Argumente der Stadtverwaltung sind stichhaltiger als die Befürchtungen der Anwohner, deshalb stimmt die CDU dem Austausch zu", sagte CDU-Fraktionssprecher Rainer Klöpper. Ähnlich äußerten sich auch die anderen Parteien. Die Umstellung auf elektrische Laternen sei sinnvoller, weil "die neuen elektrischen Laternen die Straße auch besser und heller ausleuchten und damit die Sicherheit erhöhen", so Klöpper.

Bei der Auswahl der Leuchten konnten die Anwohner mitentscheiden und sprachen sich nach einer Bürgerversammlung für die sogenannte Oberlichtlaterne aus, die Leuchtkörper mit einer wärmeren Lichttönung bekommen soll. "Wir müssen, die Entscheidung der Politik akzeptieren", sagte Naujoks. Aber er sei überzeugt, dass die Sanierung nicht nötig sei, sondern von der Stadt nur vorgeschoben werde, um Betriebskosten zu sparen.

(RP)
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