Rhine Cleanup : Speicherbecken schützen den Rhein

In Golzheim wird schmutziges Regenwasser vom Dreck befreit.

In diesem Sommer blieb er lange aus, aber wenn er kam, dann sehr heftig – der Regen. Damit eine Stadt wie Düsseldorf dann nicht komplett unter Wasser steht, gibt es Pumpwerke und Speicherbecken, zum Beispiel in Golzheim. Bei stärkerem Regen vermischt sich das Schmutz-mit dem Regenwasser und wird in den Becken gesammelt. Sind die Becken voll, muss das Wasser in den Rhein abgeführt werden.

Es ist dunkel, nass und es riecht unangenehm. Aus drei großen Öffnungen in der Wand fließt unermüdlich Wasser unterirdisch zu einem Strom zusammen. „Aus dem linken Kanal kommt zum Beispiel jegliches Schmutzwasser aus dem Aquazoo“, sagt Michael Schoppen, Abteilungsleiter des Kanalbetriebs der Stadt. Damit ist sowohl Wasser aus den Waschbecken, den Toiletten, aber auch Regenwasser gemeint. Wenn es nun stärker regnet, steigt der Wasserpegel in dem Kanal, das Wasser läuft über eine Schwelle weiter in mehrere Speicherbecken. „Grundsätzlich fließt das Wasser immer in die Kläranlage. Bei großen Regenmengen wird das Regenwasser zurückgehalten, was durch Schmutzwasser verunreinigt ist“, sagt Schoppen.

Drei große Becken fassen 8000 Kubikmeter Wasser. Nacheinander laufen sie voll. Erst wenn alle gefüllt sind, wird das Wasser in den Rhein abgeschlagen. „Eigentlich ist das ein geschlossener Kreislauf, durch den kein Wasser in den Rhein gelangt. Erst bei Regenereignissen, die die Beckenkapazität überschreiten, schlagen wir eine Wasserphase in den Rhein ab, die relativ sauber ist“, sagt Schoppen. Denn wie in einem Wasserglas in das man Kaffeepulver rührt, setzt sich der Großteil des Schmutzes am Beckenboden ab. Sind die Becken bei trockenem Wetter leer, sieht man eine schlammige Dreckschicht – mit großen Pumpen werden sie gereinigt. Andere Schmutzteile wie Toilettenpapier und andere Schwimmstoffe werden durch Barrieren (Tauchwände) abgefangen. Auch können nicht beliebig viele Abschläge in den Rhein entlassen werden. „Die Anzahl wird gemessen und aufsichtsbehördlich überwacht“, sagt Schoppen.

Pumpen entleeren wiederum auch die Speicherbecken und befördern die Wassermassen zu ihrem Zielort. Je 430 Liter, also zwei volle Badewannen, fließen dann pro Sekunde durch ein Rohr – im Normalfall – wieder zum Klärwerk. Kommt es nun zu Hochwasser, sind ganz besondere Pumpen im Einsatz: 7200 Liter können sie pro Sekunde befördern. Der Zulauf zum Rhein wird geschlossen, damit kein Wasser aus dem Fluss in das Kanalsystem gelangt. Das im Pumpwerk gesammelte und gereinigte Wasser muss allerdings im Notfall in den Rhein. „Die Menge ist aber auf das Hochwasser bezogen marginal“, sagt Schoppen.

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