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Düsseldorf-Golzheim: Kanuverein fürchtet um Existenz

Parken in Düsseldorf : Kanuverein fürchtet um Existenz

Weil am Robert-Lehr-Ufer und dem kleinen Parkplatz seit Kurzem die Parkscheibenregelung gilt, haben die Anlieger ein Problem. Sie wissen nicht, wohin sie ihre Hänger stellen sollen.

Vier Sätze haben auf der Vorlage gestanden, die der Politik im Stadtbezirk 1 vor der Sommerpause zur Beschlussfassung vorgelegt wurde. Vier Sätze, die für einige Anlieger des Robert-Lehr-Ufers Folgen haben: „Hier geht es um unsere Existenz“, sagt Eva Rahn-Eicke, Geschäftsführerin des WSV Rheintreue. Ende Juni hatte die Verwaltung der Stadtteilpolitik vorgeschlagen, den Bereich vom südlichen Ende des Sporthafens bis zum Parkplatz der Verkehrswacht zu bewirtschaften.

Drei Stunden dürfen Autofahrer dort seitdem nur noch parken, was sie mit der Parkscheibe nachweisen müssen. Diese Regelung gilt werktags von 7 bis 18 Uhr. Eigentlich wollte das Straßenverkehrsamt mit der neuen Regelung die Situation für die Anlieger verbessern – gerade auf dem kleinen Parkplatz, dort, wo das Open-Air-Kino aufgebaut wurde. „Wochentags wird er von Berufspendlern benutzt. Betreiber und Anlieger der Hausboote im Sporthafen finden oft keinen Platz, besonders nicht für ihre Anhänger“, heißt es in der Vorlage der Verwaltung. „Für uns war das ein guter Vorschlag“, sagt André Simon, CDU-Ratsherr und Mitglied in der Bezirksvertretung 1. „Doch die Vorlage war wohl nicht ganz eindeutig“, so Simon, der von einer unüberschaubaren Gemengelage spricht.

Denn der WSV Rheintreue, der seit 1935 mit einem Schiff am Ufer in Golzheim ankert, hat seit vielen Jahren für Trainer und den Bootsmann Sonderparkausweise gehabt. „Und plötzlich wurden uns die nicht mehr ausgegeben“, sagt Eva Rahn-Eicke. Jemand habe sich beschwert, „dann sagte uns das Ordnungsamt, ein Verfahren sei anhängig“, erzählt die Präsidentin. Was genau passiert ist, weiß sie nur vom Hörensagen. „Ein Nachbar soll wohl eine handfeste Auseinandersetzung mit dem Ordnungsamt gehabt haben, nachdem hier rigoros abgeschleppt wurde.“

So wie es jetzt ist, kann es in den Augen des Vereins nicht bleiben. Denn die begrenzte Parkregelung gilt offenbar nicht nur für Pkw, sondern auch für die fünf Anhänger des Kanuvereins, in denen Boote und das Kühlsystem für die Gastronomie im Schiff gelagert werden. Sefa Uzmann betreibt dort die Loungebar Caboo.

„Wir haben ein Knöllchen über 35 Euro bekommen mit der Aufforderung, den Bootshänger zu entfernen“, sagt Rahn-Eicke. Noch angespannter ist die Lage durch das Open-Air-Kino, das für acht Wochen den kleinen Parkplatz mit den etwa 30 Stellplätzen blockiert. „Dadurch ist das Robert-Lehr-Ufer auch nur noch von der Theodor-Heuss-Brücke zu erreichen und für den Lieferverkehr erst ab 10 Uhr freigegeben“, sagt die Vereinsvorsitzende. Handwerker würden aber auch gerne schon mal um sieben kommen, „zum Beispiel, um unsere Biologie-Kläranlage zu warten, die wir für viel Geld eingebaut haben“, sagt Uzmann. Wenn er seine Getränke und seine Lebensmittel nicht wieder vernünftig anliefern und den Kühlhänger in der Nähe parken kann, „bin ich bald bankrott“, sagt Uzmann. Und das hätte auch Konsequenzen für den Verein. Denn über die Pachteinnahmen der Loungebar wird der komplette Nachwuchsbereich des WSV finanziert.

Für André Simon gibt es jetzt nur eine Lösung: „Wir müssen alle Parteien an einen Tisch holen. Und das zeitnah“, sagt er. Und er will sich einsetzen für die fünf Anhänger-Stellplätze, die ohne Parkregelung vom Verein genutzt werden dürfen.