Club in Düsseldorf Warum die Rettung des Clubs Golzheim unwahrscheinlich ist

Düsseldorf · „Golzheim“-Betreiber Daniel Fritschi sieht nur noch eine kleine Chance, seinen Club in der Düsseldorfer Theodor-Heuss-Bücke zu retten. Das ist das Ergebnis eines Treffens mit Vertretern der Stadt. Viel lieber wäre ihm eine andere Lösung.

 Daniel Fritschi bangt um seinen Club Golzheim.

Daniel Fritschi bangt um seinen Club Golzheim.

Foto: Bretz, Andreas (abr)

Wenn das Golzheim in der Theodor-Heuss-Brücke Ende Januar wegen Sanierungsarbeiten am Bauwerk schließen muss, könnte das nach fast neun Jahren ein endgültiger Abschied werden. Die Chance auf eine Rettung und Wiedereröffnung nach dem jetzt nötigen Ausbau aller Installationen schätzt Betreiber Daniel Fritschi nur noch auf zehn Prozent, wie er unserer Redaktion sagt.

Zu dieser ernüchternden Einschätzung kommt er jetzt nach einem Treffen in dem Club für elektronische Musik an der Uerdinger Straße. Beteiligt waren das Kulturdezernat, das Amt für Brückenbau und die Stadtwerke, sowie Bürgermeisterin Clara Gerlach (Grüne). „Im Moment hänge ich völlig in der Luft“, sagt Fritschi.

Denn nach den Ausführungen der Experten sei Fritschi erst deutlich geworden, dass es nicht bei den kurzfristig nötigen Arbeiten bleiben wird. Wenn entschieden ist, ob die Brücke saniert oder (zumindest in Teilen) neu gebaut werden soll, werde das vielmehr ebenfalls Einfluss auf die heutigen Räumlichkeiten haben. Im Falle eines Neubaus müssten bis dahin wohl an der Stelle Stützen zur Sicherung der Brücke installiert werden.

Bei einer Sanierung dürfte es sich aus Fritschis Sicht nicht lohnen, nur für recht kurze Zeit wieder aufwendig aufzubauen, bevor die umfassenden Arbeiten an der Brücke beginnen würden. Nur als Notlösung sieht der 50-Jährige die Möglichkeit, drei bis vier Jahre abzuwarten, um danach erst wieder mit dem aufwendigen Neueinbau beginnen zu können. Zwischennutzungen an anderer Stelle kämen für ihn nur für einzelne Veranstaltungen in Frage, aber nicht für einen regelmäßigen Clubbetrieb.

So favorisiert Fritschi eine andere Lösung, und zwar einen neuen Club. Er habe schon konkrete Orte im Kopf, spruchreif sei aber noch nichts. Keine Klage gibt es seitens Fritschi über Stadt oder Politik, im Gegenteil: „Ich stelle eine hohe Bereitschaft fest, mir zu helfen.“ Vor allem bei der Standortsuche.

Ein großes Fragezeichen steht allerdings hinter der Frage nach der Finanzierung, sowohl für einen Wiedereinbau mit Technik und Mobiliar an der Theodor-Heuss-Brücke als auch eine neue Erschließung. Fritschi verweist darauf, dass er diese Leistung finanziell und zeitlich nicht noch einmal alleine stemmen könne, wie das bei der Botschaft am Worringer Platz und auch beim Golzheim der Fall war.

Unterstützung signalisiert weiterhin Clara Gerlach. Bei Facebook schreibt sie, wie schwierig die Situation sei. Sie sagt aber auch: „Sollte dies am jetzigen Ort langfristig nicht mehr möglich sein, muss eine Alternative gefunden werden. Ich bleibe dran!“

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