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Bürger reinige Grabsteine auf dem Friedhof Düsseldorf-Golzheim

Aktion in Düsseldorf : Der Golzheimer Friedhof erstrahlt wieder im alten Glanz

Mit Bürsten und Besen befreiten Mitglieder des Vereins „Der Golzheimer Friedhof soll leben“ die Steindenkmäler von Schmutz. Die Aktion finden jährlich statt, Freiwillige werden noch gesucht.

Denkmäler erinnern an Personen und Ereignisse. Auch erzählen sie die Geschichte, die sich um die jeweiligen Personen, Ereignisse rankt. Doch wenn ein Denkmal ein Jahr ungeschützt den Wetterbedingungen und den Hinterlassenschaften von Tieren ausgesetzt ist, sieht es oft nicht mehr so wirklich ehrerbietend aus. Da muss mal eine Putzkolonne ran, um den alten, strahlenden Glanz wieder herzustellen.

Genau das machen die Mitglieder des Vereins „Der Golzheimer Friedhof soll leben“ unter der Organisation des städtischen Garten-, Friedhofs- und Forstamtes einmal im Jahr. „1982 wurde der gesamte Golzheimer Friedhof unter Denkmalschutz gestellt, weil er ein Juwel der Stadtgeschichte ist. Der Golzheimer Friedhof ist eine Art Freilichtmuseum, hinter jedem Grabstein versteckt sich Historisches“, erklärt der Vereinsvorsitzende Dieter Sawalies. „Seit 2007, also seit unserer Vereinsgründung, reinigen wir die Grabstätten, um sie als Denkmäler stadtgeschichtlicher Erinnerungsorte zu erhalten.“ So wurden erneut auch die Gräber von Düsseldorfs Gartenarchitekt Nummer eins Maximilian Friedrich Weyhe (1774-1846), vom ehemaligen Leiter der Kunstakademie Wilhelm von Schadow (1788-1862), Dichter Karl Immermann (1776-1840), Friedrich Gerst alias „Pastor Jäsch“ (1805-1867) oder Heinrich Heines Spielkamerad Fritz von Wizewski mit Wurzelbürsten, Wasser und Besen vom groben Schmutz und pflanzlichen Ansiedlungen gereinigt. Nötig waren viel Muskelkraft und ausdauernder Gebrauch mechanischer Putzhilfsmittel. Die „chemische Keule“ ist auf dem grünen Denkmal Düsseldorfs verpönt. „Chemische Reinigungsmittel würden die Steine schädigen“, sagt die Restauratorin für Stein und Steinmetzin Manuela Prechtel. „Um die Verschmutzung eines Jahres zu entfernen, braucht es Geduld.“ Die Materialien und die Expertise in Form von der Restauratorin stellt das Gartenamt zur Verfügung.

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350 Grabsteine aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gibt es auf dem Golzheimer Friedhof. Für 90 gibt es bereits Paten, die während der Putzaktionen „ihr“ Grab auf Vordermann brachten und während des Jahres auch immer mal wieder nachschauen. Gesucht werden noch 260 Paten, die sich um die anderen Gräber kümmern. „Es wäre doch schön, wenn die Kunstakademie die Patenschaft für das Grab von Wilhelm von Schadow übernehmen würde. Er war immerhin Akademieldirektor und Mitbegründer der Düsseldorfer Malerschule“, so Sawalies.