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Theodor Andresen in Düsseldorf-Gerresheim: Erinnerung an einen Kämpfer gegen Nationalsozialisten

Gedenken in Düsseldorf : Erinnerung an einen Kämpfer gegen die Nationalsozialisten

Theodor Andresen war Teil der „Aktion Rheinland“, die es zwischen dem 15. und 17. April 1945 geschafft hatte, den US-amerikanischen Streitkräften die bereits stark zerstörte Stadt Düsseldorf kampflos zu übergeben. Andresen überlebte die Aktion nicht.

Theodor Andresen wäre in diesem Jahr 117 Jahre alt geworden. Zu diesem Anlass kamen 30 Leute im stillen Gedenken an den in Gerresheim geborenen Maurermeister zusammen. Andresen war Teil der „Aktion Rheinland“, einer Widerstandsgruppe, die es zwischen dem 15. und 17. April 1945 geschafft hatte, den US-amerikanischen Streitkräften die bereits stark zerstörte Stadt Düsseldorf kampflos zu übergeben. Das verhinderte auch einen geplanten weiteren Bombenangriff. Somit rettete Andresen vielen Menschen das Leben.

Er überlebte die Aktion Rheinland nicht. Die Initiatoren wurden verraten, die Nazis nahmen auch Andresen gefangen, folterten und erschossen ihn standrechtlich. Um an die selbstlose Tat des vierfachen Familienvaters zu erinnern, waren Dorothee Kiel, ehemalige Lehrerin der Theodor-Andresen-Schule, Mitinitiator Kaspar Michels, SPD-Bürgermeisterin Claudia Zepuntke und Jürgen Schuh (Kreis der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes- Bund der Antifaschisten/VVN-BdA) in den Dreherpark gekommen.

„Man muss aus der Erinnerung an die Vergangenheit immer auf die Gegenwart und die Zukunft schauen“, mahnte Bezirksbürgermeister Karsten Kuhnert (SPD). „Man muss sich bewusst sein, dass faschistisches Gedankengut auch heute noch in unserer Gesellschaft weiterlebt und im Internet unkontrolliert verbreitet wird.“

Andresen und die Anfeindungen als „Vaterlandsverräter“, die seiner Familie nach dem Zweiten Weltkrieg aus der Nachbarschaft teilweise entgegenschlugen, sind in Vergessenheit geraten. „Die Männer der Aktion Rheinland sind unsere Freiheitskämpfer. Auch die Frauen und späteren Witwen haben die Aktion mitgetragen und mussten Zeit ihres Lebens alleine für die Familien sorgen. Sie haben nie eine Anerkennung dafür erhalten“, so Zepuntke. Neben dem Ehrengrab auf dem Waldfriedhof, der Theodor-Andresen-Straße in Golzheim, der Theodor-Andresen-Schule und einem Stolperstein vor seinem Wohnhaus erhielt der Freiheitskämpfer jetzt eine weitere Ehrung. Sein Name wurde in ein Wandbild an der Mansfeldstraße für bekannte Gerresheimer Persönlichkeiten integriert.

(tino)