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Gerresheim: Sozialwohnungen statt Flüchtlingsunterkunft

Gerresheim : Sozialwohnungen statt Flüchtlingsunterkunft

Die Flüchtlingsunterkunft an der Heyestraße 51-53 wird Mitte des Jahres aufgegeben. Die marode Immobilie soll dann abgerissen werden, die städtische Tochter SWD soll in einem Neubau bis zu 150 Sozialwohnungen errichten.

So weit waren die Ausführungen von Miriam Koch, Leiterin des Amtes für Migration und Integration, in der Bezirksvertretung 7 eigentlich identisch mit der Intention eines Antrags von SPD, Grünen und FDP. Nur in einem nicht unerheblichen Punkt wich der Inhalt ab: Während Koch die Immobilie auf städtischem Grundstück ausschließlich für anerkannte Asylbewerber und Obdachlose nutzen und in Verantwortung des Amtes weiterführen will, hatten die Politiker eigentlich daran gedacht, es allen Berechtigten zugänglich zu machen. Erst recht die CDU, die dort zum geförderten auch preisgedämpften Wohnraum und sogar Eigentum realisieren wollte.

Nicht so Koch: "Wir brauchen gerade für diese Menschen dringend sofort Wohnungen, weil sie am freien Markt sonst überhaupt nichts finden." Und dieser Standort, an dem es in der Vergangenheit nie Probleme mit der Nachbarschaft gegeben und sich ein effizientes ehrenamtliches Netzwerk entwickelt habe, sei dafür ideal. Mit der SWD habe es bereits erste Gespräche gegeben, auch eine grobe Planung sei schon in Auftrag gegeben worden.

Prinzipiell wollte auch niemand Koch die Gefolgschaft verweigern, wie Integration jedoch am besten funktionieren kann, darüber gingen die Meinungen auseinander. Rainer Klöpper (CDU) zum Beispiel hätte es vorgezogen, wenn auch der eine oder andere kleine Angestellte oder Beamte mit geringerem Einkommen die Chance auf eine Wohnung bekommen hätte. Auch Elke Fobbe (SPD) könnte sich vorstellen, dass eine gewisse Durchmischung gerade bei der Überwindung von Sprachproblemen durchaus hätte hilfreich sein können. Angelika Penack-Bielor (CDU) war ebenfalls der Ansicht, dass eine soziale Mischung sich produktiv insbesondere auf die Entwicklung von Kindern ausgewirkt hätte, "das zieht nach oben, so funktioniert Integration".

Koch wollte auch gar nicht in Abrede stellen, dass, wenn die Zahlen insbesondere bei Flüchtlingen weiter zurückgehen würden, der Neubau dann auch für andere Mieter, etwa Studierende, geöffnet werde. "Aber momentan ist der Bedarf bei der Klientel einfach zu groß." In einem Punkt konnte sie die Sorgen der Politiker aber zerstreuen: "Bei der Obdachlosen-Gruppe sollen nicht die mit akuten psychischen Problemen oder gar Drogenabhängige vermittelt werden. Wir haben eher die ganz normale deutsche Familie im Blick, die bedürftig ist."

Der Ampel-Antrag wurde am Ende gegen die Stimmen der CDU angenommen.

(arc)