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Schützenfest Düsseldorf-Gerresheim ohne Kirmes - kein Trafo aufzutreiben

Brauchtum in Düsseldorf : Ohne Strom keine Kirmes

Da nirgends ein Transformator aufzutreiben war, musste das Schützenfest in Düsseldorf-Gerresheim auf die Kirmes verzichten. Dennoch feierten die Sebastianer ausgelassen.

Es sieht schon ein bisschen trostlos aus auf dem Schützenplatz in Gerresheim. Dort, wo sich in normalen Jahren Fahrgeschäfte, Gastro- und Losbuden anlässlich des Schützenfestes der St. Sebastianer Schützenbruderschaft Gerresheim dicht aneinander drängen, verlieren sich drei einsame Stände auf dem Gelände.

Und das, obwohl das diesjährige Schützenfest in vollem Gange ist. Und auch bei der Parade haben die Gerresheimer Schützen einen Gang zurückgeschaltet. Früher zogen fünf Bataillone durch die Straßen, diesmal waren es lediglich drei. „Ja, unsere Kirmes und unser gesamtes Fest sind geschrumpft“, bestätigt der 1. Schützenchef Rolf Binnebößel.

„Wir haben einfach keinen Transformator mit der entsprechenden Leistungsstärke auftreiben können. Dabei haben wir mit sechs Leuten von der Nordsee bis nach Berchtesgaden und von West nach Ost gesucht.“ Die ganzen Transformatoren seien nach der Flutkatastrophe im Ahrtal im Einsatz oder stünden vor den Unterkünften von Ukraine-Flüchtlingen. Für die Energieversorgung des Festzeltes mieteten die St. Sebastianer für 5000 Euro einen mit Diesel betriebenen Generator.

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Nur der Pizzabäcker, die Schießbude und der Greifer laufen mit normalen Haushaltsstrom, also mit 220, 230 Volt. Auf den 14 Meter breiten Scheibenwischer, das Kinderkarussell, Entenangeln, Pfeilewerfen, Cocktails, den Eiswagen, Losbude, Mandelwagen und den Imbiss müssen die Gerresheimer Schützenfreunde verzichten.

„Der Imbiss hat erst zwei Tage vor dem Schützenfest wegen Corona abgesagt“, so Binnebößel. „Deshalb gebührt dem benachbarten Tennisclub ein großes Dankeschön. Er baut für uns einen Holzkohlegrill auf, grillt Würstchen und Nackensteaks und bietet Kartoffelsalat an.“

Sowieso hat die Corona-Krise bei den Gerresheimer Schützen und ihrem Fest Spuren hinterlassen. „Wir hatten eine Kompanie, die auf einen Schlag acht Corona-Fälle hatte. Insgesamt hatten wir während der Corona-Pandemie jedoch nur drei, vier Austritte. Aber die Aktivitäten der einzelnen Kompanien sind weniger geworden“, erklärt Binnebößel. Für das laufende Schützenfest in Gerresheim hat die Delegation aus Wersten komplett abgesagt, weil sie nach ihrem Schützenfest vor einer Woche einen sprunghaften Anstieg der Corona-Infektionen zu verzeichnen hatte.

Dennoch haben die Gerresheimer keine erhöhten Corona-Schutzmaßnahmen ergriffen. Zu den einzelnen Feierlichkeiten konnte jedermann ohne Test ins Festzelt. „Es wäre unmöglich gewesen bei 400, 500 Leuten alle konsequent zu kontrollieren“, so der Schützenchef. „Da setzen wir auf die Eigenverantwortlichkeit jedes einzelnen.“

Trotz allem empfindet der erste St. Sebastianer-Schütze in Gerresheim die Durchführung des abgespeckten Schützenfestes als Befreiung. „Endlich mal wieder ein Schützenfest zu feiern, wenn auch in abgespeckter Form, ist einfach schön“, urteilt der Chef. „Schön war, auch, dass unsere großen Reiterbataillone und das Krefelder Amazonencorps in der Parade mitgegangen sind. Die sind mit ihren roten Jacken immer ein wunderbares Bild.“