Gerresheim: Schüler gehen auf Weltreise

Gerresheim: Schüler gehen auf Weltreise

Achtklässler der Rudolf-Steiner-Schule präsentieren in drei Aufführungen "In 80 Tagen um die Welt". Mit farbenfrohen Kostümen und selbst gestaltetem Bühnenbild wandern die jungen Schauspieler von Kontinent zu Kontinent.

35 Darsteller, 13 Bühnenbilder und 150 Kostüme - was nach einer großen Theater-Darbietung klingt, findet am Wochenende im Rahmen einer Schüleraufführung an der Rudolf-Steiner-Schule statt. Um der Geschichte von Jules Verne gerecht zu werden, probt die achte Klasse seit Monaten, in den Wochen vor dem großen Auftritt sogar täglich.

"Das ist ein Gemeinschaftsprojekt", sagt Klassenlehrerin Mareike Temmen, die das Stück "In 80 Tagen um die Welt" gemeinsam mit der Klasse ausgesucht hat. "Schüler, Lehrer, Eltern, alle helfen mit." Es ist ein glücklicher Zufall, dass unter den Eltern eine Maskenbildnerin und eine Tänzerin sind, die ihr mit einigen anderen Eltern zur Seite stehen. So viel Engagement ist nötig, um ein zweistündiges Theaterstück mit 35 Schülern auf die Beine zu stellen. "Es gibt zwei Besetzungen, alle aus der Klasse spielen bei beiden mit", so Temmen. "Die Rollen werden aber nicht nach Talent vergeben." Stattdessen sollen auch die Schüchternen zu Wort kommen, jeder soll mit seiner Rolle einen Beitrag zum Gelingen des Stücks leisten. Schon früh werden an der Waldorf-Schule die Schüler durch Projekte und freies, kreatives Arbeiten an das Auftreten auf der Bühne herangeführt.

Dass die jungen Darsteller mittlerweile wie echte Profis durch die Weltreise-Geschichte führen, ist der harten Arbeit zu verdanken. "Wir haben bei null angefangen", sagt Victoria Wohlleber, die unter anderem die Choreographie einstudiert hat. "Es hat natürlich einiges an Disziplin erfordert, aber sie haben sich alle enorm gesteigert." Sogar in den Ferientagen nach Karneval sind alle Schüler zum Proben an die Schule gekommen, obwohl es nicht verpflichtend war.

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Auch hinter den Kulissen ist viel Einsatz gefordert: In Projektgruppen haben die Achtklässler zum Beispiel ein Plakat selbst entworfen und Scherenschnitte gebastelt, die als Kulisse dienen. Eine Gruppe ist für die Technik zuständig und führt mit aufeinander abgestimmten Musik-, Licht- und Videoeffekten durch das Stück. Die Kostüme stammen zum Teil aus dem Fundus der Schule, zum Teil sind sie geliehen, einiges wurde neu dazu gekauft. Zwischen den Szenenwechseln müssen die Jugendlichen sich oft in kürzester Zeit umziehen - manche werden auch umgeschminkt. Eltern helfen dabei hinter der Bühne, "vor allem um Ruhe zu bewahren", so die Klassenlehrerin.

So wird die turbulente Weltreise des reichen, extravaganten Phileas Fogg künstlerisch vielfältig gestaltet. Mit einer guten Portion Witz nehmen die Schüler die Zuschauer mit auf die Abenteuer der Reisenden - und ahmen sogar den einen oder anderen Akzent nach. Solche Details verleihen dem Stück nicht nur Atmosphäre, sie zeigen auch, mit welcher Begeisterung die Schüler ihre Rolle auf der Bühne präsentieren.

(RP)