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Musiker Roland Steinert findet in Düsseldorf keinen bezahlbaren Proberaum.

Musiker in Düsseldorf : Blues-Band findet keinen Proberaum

Der Musiker Roland Steinert würde gerne häufiger mit seiner Band Düssel-Blues auftreten. Dafür müsste aber erst ordentlich geprobt werden. Doch ein für die Band bezahlbarer Übungsraum ist nicht zu finden.

Der Gerresheimer Roland Steinert ist unzufrieden. „Vor einem Jahr habe ich die Band ‚Düssel-Blues‘ gegründet. Seitdem bin ich auf der Suche nach einem bezahlbaren Proberaum. Bisher ohne Erfolg“, ärgert sich Steinert. „Ich bin an dem Punkt, wo die Band droht, auseinanderzubrechen. Ich möchte sie aber zusammenhalten.“

Was Bandleader Steinert gerne als Übungsraum hätte, ist nichts Außergewöhnliches. „Wir brauchen 20 bis 25 Quadratmeter, trocken, sauber, abschließbar. Eine Toilette müsste im Gebäude verfügbar sein. Und an die Elektronik müsste man ein paar Watt dranhängen können. Eine normale Haushaltssteckdose reicht da nicht“, so Steinert. Optimal wäre für ihn wäre eine Miete, die nicht mehr als zehn Euro pro Quadratmeter kostet.

Steinert weiß, dass es ca. 350 Proberäume in Düsseldorf gibt und hat auch alle angefragt, aber überall übersteigen die Kosten die „Düssel-Blues“-Möglichkeiten. Eine Beispielrechnung der Stadt für den Musikbunker Gatherweg weist Kosten von 129,70 Euro für knappe 7 Quadratmeter auf, was einer Quadratmetermiete von rund 18,80 Euro entspricht. Größere Räume werden preiswerter. Bei 27,6 Quadratmetern werden 14,45 Euro pro Quadratmeter und Monat fällig. „Meiner Meinung nach ruht sich Düsseldorf zu sehr auf dem Renommee von Kraftwerk und den Toten Hosen aus. 350 Proberäume sind für eine Kunst- und Kulturstadt wie Düsseldorf entschieden zu wenig.“

Der gebürtige Düsseldorfer ist ein alter Hase im Bandgeschäft, hat 1981 seine erste Band gegründet. Später war der 68-Jährige Mitglied der „Freigeister“ und warb unter anderem auf dem Gerricus-Platz für die Düsseldorfer Olympia-Initiative des Jahres 2003. „Den letzten richtigen Proberaum hatte ich mit einer Band bis 2008 am Gatherweg. Der hat zuerst 180 Euro gekostet, später dann 250“, so der Sänger und Gitarrist.

„Düssel-Blues“ covert Musik anderer Bands, stellt aber im Gesang Texte in rheinischer Mundart dazu. Das würde Steinert gerne auch öffentlich präsentieren. Doch ohne vorher zu üben, um einen gewissen Qualitätsstandard zu erreichen, will „Düssel-Blues“ nicht auf die Bühne gehen. „Kann man nicht in einigen der leerstehenden Gebäude in Düsseldorf als Zwischennutzung Proberäume einrichten?“, fragt Steinert. Die Antwort der Stadt ist eindeutig: Die Umnutzung und Ertüchtigung leerstehender Räume (z.B. eines Ladenlokals) sei mit einem erheblichen Aufwand an Technik (z.B. für den Brandschutz) und mit Genehmigungsverfahren verbunden, was häufig unterschätzt würde. Das führe oftmals dazu, dass derartige (Zwischen-)Nutzungen wirtschaftlich unrentabel seien, da Kosten und Nutzen in keinem Verhältnis stünden.

Steinert ist frustriert, aber aufgeben ist für ihn noch keine Option. „Vielleicht muss ich in jene unnennbare Nachbarstadt abwandern. Die tut etwas mehr für die Musik und hat etwa einen Rock-Beauftragten.“