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Gerresheim: "Mr. Bürgerhilfe" arbeitet auch mit 80 täglich

Gerresheim : "Mr. Bürgerhilfe" arbeitet auch mit 80 täglich

Seit annähernd 30 Jahren ist Hans Küster Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins in Gerresheim.In dieser Zeit wurde eine halbe Million Euro an Spenden ausgeschüttet.

Im nächsten Jahr gibt es die Bürgerhilfe in Gerresheim 30 Jahre lang. Der Verein ist untrennbar verbunden mit dem Namen Hans Küster. Der wiederum feierte jetzt zusammen mit seiner Lebensgefährtin Resi Roski in großem Rahmen seinen 80. Geburtstag. Bezirksbürgermeister Karsten Kunert charakterisierte Küster dabei ganz gut: "Wenn sein Anruf mit ,Kannst du mal eben' beginnt, musst du unbedingt deinen Terminkalender parat haben." Dann geht's ums Geld, für den guten Zweck versteht sich.

Hans Küster war seit Gründung der Bürgerhilfe ihr Vorsitzender. Und das kam so: "Eine Nachbarsfamilie an der Morper Straße lebte ohnehin schon in bescheidenen Verhältnissen, dann starb erst die Mutter, schließlich der Vater. Wir haben uns mit vereinten Kräften dafür eingesetzt, dass die drei Kinder, eines war volljährig, in ihrem vertrauten Umfeld wohnen bleiben durften - am Ende erfolgreich", erzählt Küster. So wurde das Bedürfnis, insbesondere Kindern in Not zu helfen, immer größer. "Erst hieß es, wir sollten uns einem anderen Verein anschließen. Aber für das, was wir machen wollten, gab es nirgends passende Strukturen. Also haben wir unseren eigenen Verein gegründet", sagt der ehemalige Maler und Anstreicher, der später beim Einwohnermelde-, dann beim Ausländeramt arbeitete.

Die Anfangsjahre waren nicht einfach: "Unser erstes Straßenfest ist komplett ins Wasser gefallen, beim Weihnachtsmarkt ist das Bier eingefroren", blickt das Geburtskind zurück. Der erste Kassenbericht wies 252 Mark aus, die Mitgliederzahl lag bei neun. "Bürgerhilfe? So was brauchen wir nicht", berichtet Küster von einer anfänglichen Ablehnung. Nach zwei Jahren waren es 90 Mitglieder, heute liegt die Zahl bei knapp unter 500. Die Bürgerhilfe hat sich in Gerresheim etabliert, knapp eine halbe Million Euro an Spenden wurde ausgeschüttet. Das Geld wird vor allem für Einkleidungsaktionen für Kinder verwendet, nächste Woche steht wieder ein Termin an. Die Auswahl fällt nicht leicht, sagt Küster, "ich werde auch schon mal am Telefon beschimpft, weil ich nicht alle sieben Kinder einer Familie berücksichtige".

Alles in allem blickt der Bundesverdienstkreuzträger aber zufrieden auf fast 30 Jahre Bürgerhilfe zurück. "Ich bin auch fast jeden Tag noch ab 9 Uhr im Büro. Nach Mittagsessen und -schläfchen geht die Arbeit weiter. Es klingelt das Telefon, Mails kommen rein, die Arbeit wird nicht weniger", sagt Hans Küster, der noch keinen Nachfolger in Aussicht hat. "Man sagt mir immer, meine Fußstapfen seien zu groß." Am Samstag feiert die Bürgerhilfe einen karnevalistischen Nachmittag im DRK-Zentrum, Lohbachweg 31. Eintrittskarten (7,50 Euro) unter Telefon 280 42 95 oder 22 99 4000.

(arc)