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Düsseldorf: Modernes Mobiliar für alten Kirchraum

Düsseldorf : Modernes Mobiliar für alten Kirchraum

Das Innere der evangelischen Gustav-Adolf-Kirche in Gerresheim ist nach dem Umbau nicht mehr wiederzuerkennen. Der Clou: Ein Altar, der wie ein Baukasten auseinandergenommen und auch als Taufbecken genutzt werden kann.

Es ist vollbracht: Mit dem komplett neu gestalteten Innenraum der Gustav-Adolf-Kirche hat die evangelische Gemeinde in Gerresheim ihre Umstrukturierung, die mit der Schließung von zwei Gemeindezentren 2010 ihren nicht immer einfachen Anfang nahm, abgeschlossen. Der vom Presbyterium geäußerte Wunsch nach mehr Flexibilität für die verschiedenen Gottesdienstformate wurde von der Kölner Architektin Monika Lepel dabei auf moderne Art umgesetzt.

Im Zentrum ihrer Idee: Der Altar kann wie ein Baukasten relativ leicht auseinandergenommen und transportiert werden. Drei verschiedene Rahmen aus goldenen Messingstreben lassen parallel die Nutzung als Altar, Taufbecken und Ablagetisch zu. Ineinander geschoben bilden die sogenannten "Frames" eine Einheit. Ein Platte aus Robinienholz dient als Auflage für den Altar, das Taufbecken kann simpel eingehängt werden. Auch Lesepult, Kerzenständer und das Kreuz am Kopf der Apsis sind aus diesem für einen Kirchraum ungewöhnlichen Material. "Ich glaube nicht, dass so etwas in dieser Form schon einmal in einer Kirche umgesetzt wurde", sagt Pfarrerin Monika Förster-Stiel, die seit dem Gutachterverfahren Anfang 2013 den Umbau federführend betreut.

Nach den ersten 14 Tagen fiele die Resonanz in der Gemeinde bisher überwiegend positiv aus, berichtet sie. Das gelte auch für die neue Bestuhlung. "Die alten wuchtigen Kirchenbänke waren nicht nur unbequem, sondern sorgten zudem für Enge in den Gängen für Rollstühle, Rollatoren oder Kinderwagen. "Jetzt haben wir nicht nur überall mehr Platz, sondern auch eine viel größere Flexibilität", sagt Förster-Stiel. Bei den Gottesdiensten mit Abendmahlsfeier am Altartisch gebe es kein Gedränge mehr, bei Kindergottesdiensten oder auch Taizéandachten könnten die Stühle (mit Sitzkissen und Ablage für Gesangsbücher an der Rückfront) nun im Kreis angeordnet, und der Altar könnte sogar in das Zentrum des Kirchraums versetzt werden. Dennoch: Ein Teil der alten Kirchenbänke wurde an den Wänden aufgestellt. "So säumt das Alte das Neue ein. Eine ideale Lösung", findet Kirchbaumeister Eckhard Liebert.

Die Sanierung des 1878 von Ferdinand Heye errichteten Gotteshauses habe die Gemeinde aus einem größeren Vermächtnis finanzieren können, sagt Förster-Stiel. Zusätzlich wurde eine neue, mehr als 300 000 Euro teure Orgel für die Kirche mit 300 Plätzen angeschafft, die zumindest zu einem Teil mit Spenden bezahlt worden sei, erläutert die Pfarrerin. Auch hier habe das Kölner Büro Lepel & Lepel Hand angelegt. Optisch bildeten die dynamisch angeordneten Pfeifen im Messingrahmen eine logische Fortführung des hellen Gesamtkonzepts in der Gustav-Adolf-Kirche. "Jetzt sieht wirklich alles wie aus einem Guss aus", schwärmt eine rundum zufriedene Monika Förster-Stiel.

(RP)