Gerresheim: Leerstand im Neubaugebiet

Gerresheim: Leerstand im Neubaugebiet

SPD kritisiert hohe Preise für Wohnungen und Reihenhäuser im Quellenbusch.

Seit Monaten sind sie fertig, seit Monaten stehen sie leer. Es geht um 20 Einfamilienhäuser an der Cottbusser Straße und mindestens noch drei Mietwohnungen an der Torfbruchstraße. Wie kommt's, hat sich jetzt die SPD gefragt. Und schaut dafür in die Vergangenheit: 2013 seien die Grundstücke an einen Investor verkauft worden. "Wir haben im Rat vergeblich beantragt, zumindest teilweise öffentlich geförderten und preisgedämpften Wohnungsbau zu realisieren. Aber das wollte die damalige CDU/FDP-Mehrheit nicht", sagt Helga Leibauer, Ratsfrau und stellvertretende Stadtbezirksvorsitzende.

Inzwischen seien die Gebäude fertiggestellt und an einen neuen Investor verkauft worden - die KZVK (Kirchliche Zusatzversorgungskasse Rheinland-Westfalen), das Versorgungswerk der evangelischen Kirche. "Man konnte beobachten, dass die Vermietung äußerst schleppend voranging. Die Mietwohnungen sind immerhin seit mehr als anderthalb Jahren fertig, und aktuell hängen noch in drei Wohnungen Vermietungsplakate in den Fenstern", hat Fraktionssprecherin Elke Fobbe beobachtet.

  • Kamp-Lintfort : Reihenhäuser für 36 Familien entstehen im Gestfeld
  • Monheim : Hohe Preise schrecken bei Immobilien nicht

So könne man eine Drei-Zimmer-Wohnung mit 107 Quadratmetern für 1115 Euro zuzüglich Nebenkosten und einen Stellplatz mieten, insgesamt 1459,23 Euro. Die Reihenhäuser seien in diesem Jahr im Mai fertiggestellt worden. Einige seien bereits bezogen worden, aber weitere 20 aktuell unbewohnt. Sie würden zur Vermietung angeboten, ein Vier-Zimmer-Haus zu 1543 Euro, ein Fünf-Zimmer-Haus für 1700 Euro - so würden zuzüglich Nebenkosten und Stellplatz 1923 beziehungsweise 2155 Euro fällig.

"Hoffentlich lernen künftige Investoren zum Beispiel im Glasmacherviertel daraus und bauen nicht noch mehr Leerstand, sondern bezahlbaren Wohnraum. Es ist traurig, dass 5000 Flüchtlinge in Gemeinschaftsunterkünften bleiben müssen, weil kein preisgünstiger Wohnraum zur Verfügung steht", kritisiert Leibauer. Die SPD-Fraktion stellt in diesem Zusammenhang zur Sitzung der Bezirksvertretung 7 am 23. Januar eine entsprechende Anfrage unter dem Titel "Am Bedarf vorbeigebaut?". Darin fragt die Partei: Worin sieht die Verwaltung die Ursache für den Leerstand? Und: Welche Handlungsmöglichkeiten hat die Verwaltung, um diese Häuser und Wohnungen dem Wohnungsmarkt zuzuführen? Sowie nicht zuletzt: Welche Konsequenzen zieht die Verwaltung aus dem Wohnungsleerstand an der Torfbruchstraße und der Cottbusser Straße in Bezug auf die Bebauungsplanung für das Glasmacherviertel? Ihr Fazit vorab: Die geforderte Miete scheint nicht marktkonform zu sein.

(arc)