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Junger Boxer aus Gerresheim wird Deutscher Meister

Jugendsport in Gerresheim : Mit der linken Geraden zum Erfolg

Kacper Gardyjasz ist gerade Deutscher Meister bei den Kadetten im Boxen geworden. Der Sport gibt dem Zwölfjährigen viel. Er wechselt jetzt von der Martin-Luther-King-Förderschule in Gerresheim zurück an eine Regelschule.

Kacper Gardyjasz wirkt sehr ruhig und zurückhaltend. Der Zwölfjährige ist außerdem ausgesprochen höflich. Das war nicht immer so, räumt Kacper freimütig ein. „Ich habe mich oft gestritten, konnte mich schlecht konzentrieren“, erzählt er. Der gebürtige Pole, der sechs Jahre alt war, als er mit seinen Eltern aus Kwidzyn nach Deutschland umzog, wechselte die Schule, kam zur Martin-Luther-King-Förderschule in Gerrresheim, die einen Schwerpunkt für Emotionale und Soziale Entwicklung hat. Seitdem ging es in jeder Hinsicht bergauf mit Kacper. „Er hat sich absolut positiv entwickelt, ist besser in der Schule geworden, konzentrierter“, berichtet die stellvertretende Schulleiterin Cornelia Knecht. „Auch weil die Lehrer sehr viel aufmerksamer sind, sich mehr und persönlicher mit einem beschäftigen“, stimmt Kacper zu. „Sein Förderbedarf ist aufgehoben“, sagt Knecht. Der Zwölfjährige wird im kommenden Schuljahr zurück an eine Regelschule wechseln.

Es wird die Hulda-Pankok-Gesamtschule sein, die wiederum Sport in den Fokus stellt. Und im Sport liegt vielleicht der primäre Grund für die Verwandlung des Kacper Gardyjasz. Denn er hat vor zwei Jahren das Boxen für sich entdeckt. Mit derart durchschlagendem Erfolg, dass Kacper jetzt bei den Deutschen Meisterschaften in Lindow (Brandenburg) den Titel bei den Kadetten holte. „Ich habe eigentlich mit Judo angefangen, aber das hat mir nicht so gefallen. Meine Partner waren immer so groß und ich bekam sie nie zu packen“, blickt der Jugendliche zurück. Boxen liegt ihm da eher, bereits in der Ferdinand-Heye-Grundschule in Gerresheim fing er damit an, auch an der Martin-Luther-King-Förderschule konnte er seine Technik in einer AG verbessern, dieses Angebot wird er an der neuen Schule ebenfalls vorfinden. Zusätzlich boxt er beim Tus Gerresheim, bis zu fünf Mal die Woche wird trainiert, bolzt Kacper Kraft und Kondition. Und Boxen ist längst nicht die einzige Sportart, die das Multi-Talent betreibt. „Fußball, Hockey, Basketball und Capoeira mache ich auch. Der Sport gibt mir einfach viel“, sagt Kacper.

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Das hat sich ausgezahlt. Durch einen Erfolg bei den Landesmeisterschaften konnte sich Kacper für die Deutschen Meisterschaften qualifizieren, wo die Gegner von anderem Kaliber waren. „Den ersten Kampf habe ich trotzdem durch einen K.o.-Sieg gewonnen.“ Dann wurde es enger, doch auch im Finalkampf ließ der Zwölfjährige nichts mehr anbrennen. „Das war schon ein tolles Gefühl, auf dem Siegertreppchen ganz oben zu stehen. Das spornt mich natürlich an, weiter hart zu trainieren“, sagt der Deutsche Meister. Sein Ziel: Natürlich Profi-Kämpfer werden. Sein Idol: „Mike Tyson. Seine Technik und seine Schlagkraft waren einfach überragend“, erzählt der Nachwuchs-Boxer.

21 Kämpfe hat der Zwölfjährige inzwischen bestritten, acht Mal auch schon verloren, zuletzt hatte er aber bis zur Deutschen Meisterschafte natürlich einen echten Lauf. Das hat Kacper nicht zuletzt seiner linken Geraden („Meine Waffe“) und der Schnelligkeit im Ring zu verdanken, „wogegen ich an meiner Kondition noch ein bisschen arbeiten muss“, erzählt der Gerresheimer. Denn hin und wieder geht ihm in der entscheidenden dritten Runde doch schon mal die Puste aus. K.o. gegangen ist er aber noch nie, „mehr als Nasenbluten war nicht“, so der Zwölfjährige, der im Falle eines Sieges stets den Respekt vor seinem Gegner behält. „Im Boxen muss man sich streng an Regeln halten, Fairness bewahren“, sagt er. Wie im richtigen Leben halt. Wenn es mit der Karriere als Profi-Boxer am Ende nicht klappen sollte, hat Kacper Gardyjasz auch schon einen Plan B für seinen beruflichen Werdegang: „Dann werde ich eben Koch.“