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Ingrid Schmitz aus Düsseldorf hat den Martinstaler erhalten.

Serie Ehrenamtler in Düsseldorf : Ingrid Schmitz hört zu

Die Gerresheimerin hat sich lange in der Caritas-Diakonie-Sprechstunde engagiert und dort viele Menschen beraten und Hilfen vermittelt.

Ingrid Schmitz hat eine sehr herzliche und zupackende Art. Da verwundert es wenig, dass die Gemeindeschwester der katholischen Kirchengemeinde Gerresheim sie vor gut zehn Jahren für ein Ehrenamt gewinnen wollte. Damals war Schmitz nach 40 Jahren als Grundschullehrerin, davon 34 Jahre an der Ferdinand-Heye-Schule, gerade erst in den Ruhestand gewechselt. Deshalb wollte die heute 75-Jährige auch erst einmal eine Pause einlegen. Doch nach einigen Monaten brachte Schmitz sich in die Gemeindecaritas mit ein, engagierte sich zum Beispiel für Flüchtlinge und leitete den Senioren-Besuchsdienst. Ihre Motivation dafür: „Da ich privat und beruflich immer auf der Sonnenseite des Lebens gestanden habe, wollte ich etwas an Menschen zurückgeben, die es im Leben nicht leicht haben.“

Besonders viel Freude bereitete der Mutter von drei erwachsenen Kindern die Arbeit für die Caritas-Diakonie-Sprechstunde. Diese fand in der Gustav-Adolf-Kirche, also neben der Heye-Schule statt. „Deshalb war das für mich etwas wie nach Hause kommen.“ Zehn Jahre lang hat Schmitz dort Menschen beraten und ihnen vor allem zugehört. „Für diese ist es oft sehr wichtig, wahrgenommen und ernstgenommen zu werden. Deshalb habe ich jedes Gespräch mit der Frage, wie es ihnen geht, eröffnet.“

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Die Gerresheimerin hat zudem bei verschieden Hilfsprojekten mitgewirkt oder diese organisiert. Dazu zählen zum Beispiel eine Geschenkeaktion für Kinder zu Weihnachten, Ausflüge für Flüchtlinge und die jährliche Tornisteraktion, bei der Kinder aus bedürftigen Familien eine Schulausstattung erhalten. „Die strahlenden Augen der Kinder, wenn diese sich einen Tornister aussuchen dürfen, sind eine riesige Freude“, sagt Schmitz, die sich noch gut daran erinnert, wie ihr eine überglückliche Mutter einfach um den Hals fiel. Für sie ist das ehrenamtliche Engagement deshalb nicht nur ein Geben: „Man bekommt so viel wieder. Das ist eine sehr erfüllende Aufgabe.“

Diese hat Ingrid Schmitz aber dennoch nun beendet. „Ich hatte es früh angekündigt, dass ich mit 75 Jahren aufhören werde.“ Ihr letztes Jahr bei der Sprechstunde hätte sie sich allerdings anders gewünscht, denn durch Corona war vieles nicht mehr möglich. Die Caritas-Diakonie-Sprechstunde in der ursprünglichen Form gibt es deshalb nicht mehr. Sie wurde in die neue Lebensmittelausgabe der Tafel in Gerresheim integriert.

Pünktlich zur Beendigung des Ehrenamts erhielt Ingrid Schmitz die Nachricht, dass ihr der Martinstaler der Stadt verliehen wird. „Das war eine riesige Überraschung und Freude.“ Erhalten hat sie die Auszeichnung allerdings noch nicht. Eine Corona-Erkrankung pfuschte dazwischen. Im November wird die Verleihung aber nachgeholt.