Gerresheim/Ludenberg: In Gerresheim wird an vielen Stellen am Kanal gearbeitet

Gerresheim/Ludenberg: In Gerresheim wird an vielen Stellen am Kanal gearbeitet

Den Anwohnern von Heckteich- und Höherhofstraße stehen dreieinhalb harte Jahre bevor, in denen Baustellen vor ihrer Haustür zum Alltag gehören werden. So lange wird es dauern, bis die umfangreichen Kanalarbeiten abgeschlossen sind. Das bringt umfangreiche Einbußen mit sich, die jetzt eine Flut von Anträgen in der Bezirksvertretung 7 nach sich zog. So fordert die SPD die Verwaltung auf, den ruhenden Verkehr stärker zu überwachen, da mehr als die Hälfte der Parkplätze durch die Dauerbaustelle wegfielen, und die wenigen verbliebenen womöglich auch noch durch Pendler besetzt würden, die dann in die S-Bahn umsteigen. Lösung: den Parkraum für Ortsfremde auf zwei Stunden begrenzen und entsprechend kontrollieren, Anwohner haben ohnehin eine Ausnahmegenehmigung.

Auch müssten die schmalen Bürgersteige, die nach einer Maßnahme der Netzgesellschaft nur provisorisch geflickt worden seien, wieder in einen verkehrssicheren Zustand versetzt werden, da die Begegnungen mit dem Baustellenverkehr in dem Nadelöhr sonst gefährliche Situationen heraufbeschwörten. Das Antragspaket der FDP zielte in die gleiche Richtung, beide Parteien wollen zudem sichergestellt wissen, dass die Verwaltung die Betroffenen informiert, ob Anliegerbeiträge fällig werden.

Eine noch größere Kanalbaumaßnahme erfolgt ab Herbst 2018 an der Ecke Bergische Landstraße/Gräulinger Straße, wo die Stadt für insgesamt 11,2 Millionen Euro eine unterirdische Beckenanlage bauen will. Zwei Jahre sollen die Arbeiten dauern, wie Klaus Hahn vom Stadtentwässerungsbetrieb in der Bezirksvertretung 7 mitteilte. Mit der neuen Anlage soll Regenwasser gereinigt werden, bevor es in den Pillebach fließt. Neue EU-Richtlinien würden diese Anlage erforderlich machen, so Hahn. Für die Baugrube muss ein Spielplatz zwei Jahre lang stillgelegt werden. Die Planung für die Maßnahme würden bereits seit 2004 laufen. Das Genehmigungsverfahren habe sich jedoch wegen des Bodendenkmals Ringofen, das in jeder Hinsicht verschont bleiben muss, so lange hingezogen.

Teilweise zeitlich parallel verläuft die Kanalerneuerung an der Gräulinger Straße, wo Regenwasserkanal (in offener Bauweise) und Schmutzwasserkanal (im Rohrvortrieb) erneuert werden. Start ist Herbst 2019, die Arbeiten dauern ebenfalls zwei Jahre. In der Bezirksvertretung wurde die Angst geäußert, dass gerade auf der ohnehin stets verstopften Bergischen Landstraße die Baustelle zu starken Verkehrsbeeinträchtigungen führen könne. Aber es muss nun mal gemacht werden.

(arc)