Gerresheim : Hoch zu Ross beim Schützenfest

Bei bestem Wetter feierte die St. Sebastianus Schützen-Bruderschaft Gerresheim ihr Schützenfest. Ein Höhepunkt war gestern der Festumzug durch den Stadtteil, ein besonderer Blickpunkt das 35 Reiter starke Reitercorps.

Seine Reiterkappe hat sich Andreas Fluck unter den Arm geklemmt, die weißen Lederhandschuhe hineingelegt. Der Jungschützenkönig wartet auf seinen Auftritt, wenn er gemeinsam mit dem erwachsenen Schützenpaar die Abnahme vornimmt und der große Umzug dann beginnen kann.

Mit seiner Jungschützenkönigin Saskia Voßen stand der Schüler gestern am frühen Nachmittag an der Häuserwand im Schatten und erinnerte sich an die vielen Höhepunkte des zurückliegenden Schützenjahres. Da habe es verschiedene Aufmärsche gegeben, auch einen Ausritt im Emsland, zuletzt das Reitersportfest. Doch der Festumzug am Wochenende sei ohne Zweifel ein ganz besonderes Ereignis in der Saison. Aus verschiedenen Stadtteilen waren befreundete Schützen nach Gerresheim gekommen, etwa die Flinger Musketiere Kompanie, das Tambourcorps Vennhausen oder das Marinecorps Garath. Gemeinsam legten sie - mit musikalischer Begleitung - den Fußweg von der Hatzfeld-, über die Benderstraße zurück zum Kölner Tor. Das Wetter hätte dazu besser nicht sein können, allerorten hatten sich Anwohner Stühle an den Straßenrand gestellt oder schauten dem festlichen Umzug aus den Wohnungen in den oberen Etagen zu. Für die Kinder waren die großen Pferde des Reitercorps besonders interessant.

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Das Reitercorps, in dem auch Jungschützenkönig Andreas Fluck seit fünf Jahren aktiv ist, bildet traditionell den Abschluss der Kohorte, "auch wegen der Kapellenmusik in den vorderen Reihen", sagte Rittmeisterin Christiane Kamp, die das Corps am Sonntagnachmittag anführte. 35 Reiter begleiteten den Schützenumzug durch die Gerresheimer Straßen. Das Corps ist beliebt, hat insgesamt 65 Mitglieder. "Alle Altersstufen von Jung bis Alt sind vertreten", so Kamp, die selbst seit rund 20 Jahren dabei ist. Wer mitreiten will, müsse allerdings mindestens 30 bis 40 Reitstunden absolviert haben und so wie Andreas Fluck regelmäßig reiten. Ein eigenes Pferd hat er nicht, doch die Tiere werden ohnehin beim Sportbetrieb Tillmann entliehen. In der Hauptsache seien es Friesen, unter anderem, weil sie sich optisch gut eignen, erklärte Christiane Kamp. Doch wer hat, könne auch das eigene Pferd mitbringen, "wenn es straßen- und musiksicher ist", weil die Tiere an die besonderen Gegebenheiten eines Festumzugs gewohnt sein müssen.

Als Jungschützenkönig begleitete Andreas Fluck den Umzug mit seiner Jungschützenkönigin Saskia diesmal nicht hoch zu Ross, sondern genau so wie das Schützenpaar Monika und Rolf-Georg Voßen in einer Kutsche. Für beide Schützenpaare geht ein aufregendes Jahr zu Ende, die Saison war auch deshalb besonders, weil gleich mehrere Generationen der Familie Voßen die Gerresheimer Schützen königlich vertreten haben. Jungschützenkönigin Saskia ist die Enkelin von Monika Voßen, auch das Schülerkönigspaar Lukas und Jenny entstammt der gleichen Familie. In den Startlöchern für die bevorstehende Saison stehen indes bereits die designierten Könige Rolf Binnebößel und Ute Schwarz. Das Paar hat vor einem Jahr geheiratet, Rolf Binnebößel, der gleichzeitig 1. Chef der Gerresheimer Schützen ist, ist waschechter Gerresheimer und kann die Verwurzelung mit seinem Stadtteil bis zur urgroßelterlichen Generation zurückverfolgen, während seine Frau Ute der Liebe wegen von Rath hergezogen ist. Heute Abend erhält das Paar beim Krönungsball die königlichen Schützeninsignien.

(RP)