Grundwasser in Gerresheim nach Löschschaumeinsatz verseucht

Grundwasser-Sanierung : PFT-Sanierung macht Fortschritte

Die Grundwasserreinigung in Gerresheim soll bis 2020 fortgeführt werden.

Die Sanierung des 2009 mit perfluorierten Tensiden (PFT) verseuchten Grundwassers unter dem „Lager 61“ auf dem Gelände der ehemaligen Glashütte macht laut Verwaltung Fortschritte. Die Verunreinigung passierte durch einen Löschschaumeinsatz nach einem Großbrand vor 17 Jahren.

PFT Ausgehend von der Unglücksstelle im „Lager 61“ hat sich eine bis zu 550 Meter breite Grundwasserverunreinigungsfahne mit einer Länge von etwa drei Kilometern bis zur Pinienstraße ausgebreitet. Zur Feststellung der Ausdehnung wurde das anfänglich vorhandene Grundwasser-Messstellennetz sukzessive ausgeweitet. Bei der letzten Fahnenaufnahme im Februar 2018 wurde die Verunreinigung mit insgesamt 228 Grundwassermessstellen gut erfasst. Der maximale PFT-Gehalt liegt mit 40.450 Nanogramm pro Liter (ng/l) im Bereich des „Lagers 61“.

Langzeitpumpversuch Seit zwei Jahren wird ein Pumpversuch durchgeführt. Bis Sommer vergangenen Jahres wurden so etwa 472.000 Kubikmeter Wasser aus dem Sanierungsbrunnen gefördert und rund 5000 Gramm PFT aus dem Grundwasser entfernt. Das Wasser wird seitdem in die Nördliche Düssel eingeleitet. Die gewählte Aufbereitungstechnik über zwei parallele Straßen zur PFT-Reinigung über Aktivkohlefilter funktioniert grundsätzlich gut. Die Entfernung von Störstoffen wie Eisen, Mangan und DOC (gelöster organischer Kohlenstoff) über die Kiesfilter verläuft jedoch nicht zuverlässig, so dass es zu Ablagerungen auf den Aktivkohlefiltern gekommen ist. Die Grenzwerte zur Einleitung in die Nördliche Düssel wurden jedoch zu keiner Zeit überschritten. Der Pumpversuch wird bis Ende 2020 fortgeführt. In diesem Rahmen werden auch erforderliche Verbesserungen vorgenommen.

(arc)
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