Große Schützenparade mit 40 Pferden in Gerresheim

Kleiner Zug in diesem Jahr : Prächtige Schützenparade mit 40 Pferden in Gerresheim

Beim festlichen Zug durch den historischen Stadtteil waren rund 500 Schützen und auch ein imposantes Reiter-Bataillon mit 40 Pferden dabei.

Zu den zünftigen Klängen von fünf Spielmanns- und Fanfarenzügen sowie fünf Blaskapellen feierte das Publikum entlang der Strecke vor allem natürlich das Regimentskönigspaar Rolf-Georg Voßen und Frau Monika. Doch auch das Jungschützenpaar Saskia Voßen und Prinz Andreas Fluck, Schülerkönig Louis von Gloeden sowie Pagenkönig Leon Schey, die aus Kutschen heraus „ihr Volk“ grüßten, wurden beim Umzug feierlich begrüßt. Zum 592. Schützen-, Volks- und Heimatfest in Gerresheim präsentierten sich nicht nur die 13 Kompanien und Gesellschaften der St. Sebastianus Schützenbruderschaft von 1427 mit rund 500 Schützen und einem Reiter-Bataillon mit 40 Pferden.

Am festlichen Zug durch den historischen Stadtteil, der von vier Reitern auf imposanten Kaltblütern angeführt wurde, beteiligten sich auch Abordnungen anderer Stadtteile. Insbesondere am Alten Markt versammelten sich viele Schaulustige, um die Schützen zu huldigen. Die Terminüberschneidung mit dem Schützenfest in Eller brachte mit sich, dass die Gerresheimer Schützenparade in diesem Jahr etwas kleiner war, was jedoch nicht weiter auffiel. Neben den Schill’schen Offizieren aus Unterrath, der 2. Gesellschaft aus Flingern, den Ersten Grenadieren aus Lierenfeld, dem 1. Jäger-Korps Oberbilk, der Reserve 31 aus Volmerswerth sowie dem Marine Corps aus Garath zog der Schützenverein Hubertus aus Plaidt bei Koblenz mit. Zu diesem Verein pflegt die Gerresheimer Tell-Kompanie eine besondere Freundschaft, die einst durch einen 1. Hauptmann der Tell Kompanie begründet wurde. Die Freundschaft hält bereits seit vielen Jahren.

Die hochsommerlichen Temperaturen haben Rolf Binnebößel veranlasst, Marscherleichterung zu befehlen: „Alle Schützen, selbst die Fahnenschwenker, die ansonsten immer im Jackett antreten, sollen diese angesichts der körperlichen Belastung ausziehen.“ Er hatte offensichtlich ein Herz für seine Untergebenen. Dabei schien es um die Kondition der Schützen gut bestellt.

Erst am Abend zuvor hatten sie im Festzelt eine ausgelassene Zeltgaudi gefeiert. Piano-Entertainer Sascha Klaar lief mit Band zur Hochform auf und zahlreiche Besucher drängte es vor den Bühnenrand. „Der hat das Zelt regelrecht zum Kochen gebracht und hatte offenbar selbst so viel Spaß, dass er länger als vertraglich vereinbart gespielt hat“, so Rolf Binnebößel. Den musikalischen Rest für die tanzlustige Menge besorgte dann auf bewährte Art DJ Dubbi. Auch der Partyabend am Freitag sei hervorragend angenommen worden und vor allen Dingen friedlich verlaufen. Heute wird als neuer König Wolf-Hartmut Busse im Rahmen des festlichen Krönungsballs als Schützenmajestät inthronisiert. Der 74-jährige Busse ist Mitglied der Gesellschaft Kaiser Friedrich.

Doch das Schützenfest vermeldet auch eine wehmütige Fußnote. Zum 40. und letzten Mal hat Oberst Wolfgang Koch dem ersten Chef und den Majestäten gemeldet: „Regiment angetreten!“ Als ältester Oberst der Stadt will der 70-jährige passionierte Reiter nach seinem 40. Jubiläum aufhören und seinen Wallach Atmaro endgültig absatteln. Kochs feierliche Verabschiedung findet im Rahmen des Krönungsballs statt.

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