Gerresheim: Gasleck: Anwohner hatten großes Glück

Gerresheim: Gasleck: Anwohner hatten großes Glück

Die Feuerwehr gab das Haus an der Benderstraße, das tags zuvor wegen Gasaustritts evakuiert werden musste, gestern Morgen wieder frei. Allerdings musste vor der Rückkehr der Bewohner erst die Heizung neu angeschlossen werden.

Die Cutting Crew hat gestern keine Haare geschnitten. Das Friseurgeschäft an der Benderstraße 53 blieb bis heute geschlossen, wie ein handgeschriebener Zettel an der Eingangstür verkündete - wegen "technischer Gründe". Das klingt nicht sonderlich gefährlich, genau das war es tags zuvor aber, als die Feuerwehr wegen einer erhöhten Gaskonzentration nicht nur dieses, sondern auch das Haus nebenan komplett geräumt hatte.

Ein Defekt an einer Gastherme im Keller war die Ursache. Da sich die Lage aber auch nach intensivem Lüften mit Spezialgeräten im Verlauf des Nachmittags nicht entscheidend verbesserte, vermutete die Feuerwehr, dass das Leck an der Heizung nicht erst seit kurzem bestand, dementsprechend dauerte die Maßnahme auch erheblich länger als gedacht. Fritz Buscher, der ein paar Häuser weiter wohnt, hat den Einsatz am Vortag miterlebt. "So viele Rettungsfahrzeuge auf der Benderstraße habe ich noch nie gesehen. Und ich habe schon einiges im Leben mitgemacht", kommentierte der 72-Jährige das Großaufgebot an Feuerwehr- und weiteren Sonderfahrzeugen sowie 40 Einsatzkräften in Gerresheim.

"Die Gaskonzentration war unterhalb der Explosionsgrenze, aber durchaus zündfähig. So gesehen haben die Bewohner schon Glück gehabt", erklärte Feuerwehrsprecher Christopher Schuster. Nachdem der Einsatz am Vorabend erst gegen 22 Uhr beendet wurde, ergaben erneute Messungen in den betroffenen Wohnhäusern gestern Morgen keine gefährlichen Gaskonzentrationen mehr.

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Die Stadtwerke hatten am Dienstagmittag der Feuerwehr den Gasgeruch in einem der Wohngebäude an der Benderstraße gemeldet. Vor Ort stellten die Einsatzkräfte erhöhte Mengen Stadtgas im Keller fest, woraufhin das komplette Wohngebäude und das Ladenlokal im Erdgeschoss geräumt wurden. "Stadtgas ist eigentlich geruchslos, ihm wird aber ein so genannter Odierungsstoff beigemischt, der wahrnehmbar ist, wenn Gas austritt. Es war dann auch ein Bewohner, der Alarm geschlagen hat", sagt Schuster. Nachdem die ersten Lüftungsmaßnahmen beendet waren, stieg die Gaskonzentration immer wieder an. "Wir mussten davon ausgehen, dass das Leck an der Heizung schon länger vorlag. Wir haben dann den Boden im Erdgeschoss des Gebäudes an einigen Stellen geöffnet, um dort weitere Messungen durchzuführen. Das Gas hatte sich in der Tat auch zwischen Laminat und Boden in der Trittschalldämmung gesammelt, die alten Wände und Decken waren offenbar ebenfalls durchlässig, so dass das Gas in das Nebengebäude dringen konnte", sagt Schuster. Mit technischer Druckluft und Speziallüftern wurden so über einen längeren Zeitraum die Gebäude belüftet, um das in den Wänden, Decken und im Boden gesammelte Gas zu entfernen.

Die Betroffenen warteten anfangs in einer Straßenbahn, im späteren Verlauf dann in einem Bus der Feuerwehr. Als klar war, dass die Bewohner des Gebäudes, in dem das Gas austrat, zumindest für eine Nacht nicht mehr in ihr Haus zurückkonnten, versuchten sie, bei Freunden unterzukommen. "Sie konnten dann gestern ihre Wohnungsschlüssel bei der Polizei abholen. Allerdings musste zunächst eine Installationsfirma die Heizungsanlage wieder instandsetzen", sagt Schuster. Erst danach konnte das Gebäude an das Versorgungsnetz angeschlossen werden.

(arc)