Kunststadt Düsseldorf und Corona : Off-Kunst-Räume kehren zurück

Ausstellungsräume wie Reinraum, Plan.d und Art Room nehmen nach dem Corona-Shutdown wieder ihren Betrieb auf. Die Kunstpräsentationen sind wichtig für das wirtschaftliche und kreative Überleben der Künstler in den Stadtteilen.

Aus Südfrankreich kommt der Maler Christian Anterion nach Gerresheim, um am Samstag, 4. Juli, 15 bis 19 Uhr, in der Galerie Art Room Am Poth seine Ausstellung „Doux Rève“ zu eröffnen. „Es ist aber keine Vernissage“, betont Margret Langen, die zusammen mit anderen Kreativen die Galerie führt. Denn bei Vernissagen kommen oft mehr als 50 Gäste – aber so viele Besucher in der kleinen Galerie sind zurzeit wegen der Corona-Situation nicht möglich. Leider, sagt Margret Langen, denn eine Vernissage ist immer auch ein wichtiges Mittel für die Öffentlichkeitsarbeit. Wenn der Maler Anterion seine Ausstellung im Art Room präsentiert, liegen aber am Eingang Listen, in die  Besucher ihre Daten eintragen, um etwaige Corona-Infektionen im Notfall nachverfolgen zu können. In den Ausstellungsräumen sollen die Gäste einen Mund-Nase-Schutz tragen. Dass diese Vorgehensmaßnahmen gut funktionieren, hat sich in den vergangenen Wochen gezeigt, als eine für März geplante und dann abgesagte Ausstellung nachgeholt wurde, erzählt Margret Langen. Allerdings, so fügt sie hinzu, seien die Besucherzahlen nicht befriedigend. „Es kamen weniger als die Hälfte der Kunstinteressierten als üblich.“ Was ein Problem ist, denn so haben die Maler kaum Möglichkeiten, ihre Werke zu verkaufen. Aber die Galerie Art Room noch geschlossen zu halten, wäre keine Option, sagt Margret Langen, die ebenso wie ihre Kollegen vom Freundeskreis Art Room als Künstlerin arbeitet. „Wir machen weiter, um im Gespräch zu bleiben.“

Um dieses Ziel geht es auch bei den Organisatoren der Galerie Plan.d an der Dorotheenstraße in Flingern. „Wirtschaftlich sind viele Künstler in Not“, sagt Utta Hagen von Plan.d. Aktivität gab es danach noch. Als die Ausstellungsräume geschlossen waren, befestigte das Team außen auf den Schaufensterscheiben große Kopien seiner Bilder. Weil diese Drucke oft im Wind wehten, bekam die Schau den Namen „Flatterausstellung“. Seit kurzem ist die Galerie wieder samstags und sonntags, 15 bis 18 Uhr, für den Publikumsverkehr geöffnet. Zu sehen ist eine Ausstellung mit dem Namen „Die Lage ist dynamisch“ – was bewusst auch auf die gesellschaftliche Situation in Coronazeiten zutrifft. „Die Besucherzahlen sind noch schwach, aber sie gehen aufwärts“, sagt Utta Hagen.

Im Reinraum haben die Ehre für die erste Ausstellung nach dem Corona-Shutdown die Düsseldorfer Künstlerinnen Nanja Gemmer und Andrea Isa. Am Freitag, 3. Juli, 19 bis 22 Uhr, eröffnen sie in den unterirdischen Räumen an der Aderstraße 30a in Friedrichstadt ihre Schau mit dem Titel „Gigantella Memories“. Namenslisten, Mund-Nase-Schutz, Desinfektionsmittel und eine beschränkte Anzahl von Besuchern gehören zu den Regeln. Andrea Isa sieht’s gelassen. „Das Gute am Reinraum ist, dass die Besucher auf der Straße viel Platz zum Treffen haben“, sagt sie. Sofortige Kaufanfragen sind selten. „Der Reinraum als alternativer Platz für Kunst ist weniger kommerziell ausgerichtet“, sagt sie. Eher sei ihr wichtig, sich endlich wieder als Künstlerin zu präsentieren und ihre Werke zu zeigen. Isa zeigt eine Installation und Videos. Nanja Gemmer präsentiert Malerei und Fotografie.