Düsseldorfer Gymnasiasten entwickeln Erinnerungsparcour für Demenzpatienten

Schulprojekt am Marie-Curie-Gymnasium : „Lächeln gegen das Vergessen“

Neuntklässler des Marie-Curie-Gymnasiums entwickeln einen Sinnesparcours für Demenzerkrankte.

Wie geht es Menschen, die unter Demenz leiden? Mit dem Fortschreiten der Krankheit können verminderte Sehfähigkeit, der Verlust von Geschmacks- und Hörsinn und wachsende Erinnerungslücken einhergehen. Die neunte Jahrgangsstufe des Marie-Curie-Gymnasiums kennt die Folgen der Krankheit inzwischen genau: Im Zuge des Sozialpraktikums verbrachten die Jugendlichen dieses Jahr mehr als 60 Stunden in Einrichtungen für Demenzerkrankte.

Hintergrund ist das Projekt „Lernen durch Engagement“ von Schule und Diakonie, welches theoretisches Lernen im Schulunterricht mit praktischen Elementen im sozialen Bereich verbindet. Im Zuge dieses Projekts machte eine Demenzkoordinatorin der Diakonie die Schüler im Fach Biologie mit den medizinischen Hintergründen der Krankheit vertraut, ehe die Schüler den Verfall der Sinne am eigenen Leib in einem „Demenzparcours“ nachempfinden konnten.

Diese Erfahrungen gaben den Anstoß für eine Aktion, welche die Schüler mit Künstlerin Corinna Bernshaus im Kunstunterricht entwickelten. Unter dem Titel „Lächeln gegen das Vergessen“ erfanden die Schüler selbst einen Sinnesparcours für Demenzerkrankte, der Ende Januar im Ferdinand-Heye-Haus aufgebaut wurde. Alltagsgerüche zum Testen des Geruchssinns, selbstgebackene Waffeln zum Schmecken, alte Lieder zum Hören gehörten zu den Stationen. „Wir waren überrascht, wie viel die Betroffenen an Erinnerungen aus ihrer Kindheit behalten haben und mit unseren Stationen verbanden“, resümiert Neuntklässlerin Katharina Schmeißer.

Die anfänglichen Bedenken, ob Schüler für solche Projekte überhaupt empfänglich sind, erwiesen sich als unbegründet. „Im Gegenteil, die Kommunikation zwischen den Jungen und den Älteren klappte viel besser als erwartet. Offenbar hatten viele Schüler Bezug zu dem Thema aus ihrem familiären Umfeld“, erklärt Diakonie-Koordinatorin Gerlinde Ding. Auch für die Schüler war es ein bewegendes Ereignis, beschreibt Schmeißer. „Wir hoffen, dass sich in Zukunft noch mehr Kinder mit dem Thema Demenz beschäftigen, denn es kommt häufig vor, dass Angehörige in einem höheren Alter Demenz bekommen. Und wenn es einen betrifft, ist es gut, wenn man informiert ist und weiß, wie man damit umgeht.“ Das anfängliche Pilotprojekt um den Sinnesparcours soll in den nächsten Jahren weiter ausgebaut werden.

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