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Düsseldorf: Info-Touren über starke Frauen aus Gerresheim

Geschichte in der Stadt Düsseldorf : Starke Frauen aus Gerresheim

Drei Frauen aus Düsseldorf-Gerresheim luden zu Rundgängen ein und informierten über Frauen, die Straßen im Stadtteil ihren Namen gaben oder die durch ihr Wirken den Stadtteil prägten. Anlass für die Touren war der Weltfrauentag.

Marion Esser von der Stadtbücherei, Petra Wienß vom Zentrum plus und Claudia von Rappard von der Bezirksverwaltungsstelle waren die „lokalen Speerspitzen“ des „Walk&Talk“ anlässlich des internationalen Weltfrauentages. „Die Frauenbewegung setzt sich für die Stärkung von Mädchen und Frauen in einer geschlechtergerechten Gesellschaft ein“, erklärte von Rappard. „Politische Teilhabe, berufliche Chancengleichheit und ein selbstbestimmtes Leben sind für viele Mädchen und Frauen noch nicht selbstverständlich.“ Es bestehe trotz gesetzlich verbriefter Gleichberechtigung auf dem Weg zur Gleichstellung weiterhin Handlungsbedarf.

So organisierten Frauen aus Gerresheim drei Rundgänge, bei denen Frauenpersönlichkeiten im Mittelpunkt standen, die Straßen in Gerresheim ihren Namen gaben oder die durch ihr Wirken den Stadtteil prägten. Das fanden 48 Frauen und nur fünf Männer so interessant, dass sie einen der drei gut einstündigen Rundgänge mitmachten.

Allerdings hatten die Herren noch einen kleinen Informationsvorsprung, denn Peter Schulenburg und Peter Stegt leiteten Führungen. Ute Pannes war in dieser Rolle noch in der Minderheit. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass Frauen in Gerresheim seit jeher eine große Rolle spielen, hatte doch der fränkische Adlige und Gründungsvater Gerresheims Gerrich zur Versorgung seiner unverheirateten Tochter ein freiweltliches Damenstift gegründet.

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Bis ins 19. Jahrhundert war dieses Damenstift unter ihren Äbtissinnen wie Theophanu (Enkelin von Kaiser Otto II.), Agnes von Mansfeld-Eisleben oder Maria Sophia von Schönau ein zentraler Ort der Gerresheimer Entwicklung. Und mit Von Mansfeld-Eisleben beherbergte das Stift auch einen Kriegsgrund. Der Kölner Erzbischof Gebhard von Waldburg Trauchburg wollte von Mansfeld heiraten und trat zum Protestantismus über.

Das gefiel nicht allen und es kam zum Truchsesschen Krieg, an dem auch spanische und niederländische Truppen beteiligt waren. Eine Gerresheimerin im Zentrum internationaler Kriegswirren, wer hätte das gedacht.

„Damals sollte auch die Stiftskirche umgewidmet werden. Die Franzosen machten gerne Ställe aus Kirchen oder rissen sie ein“, erläutert Pannes. „Schönau – die letzte Äbtissin des Damenstifts, das im Zuge der Säkularisierung Anfang des 19. Jahrhunderts aufgelöst wurde – aber schlug vor, die marode Pfarrkirche abzureißen und die Stiftskirche als Pfarrkirche zu nutzen. Das wurde akzeptiert, sonst gäbe es unsere schöne Basilika wohl nicht mehr.“

Pannes weiß nahezu alles über die großen Frauen in Gerresheim. Sie informierte über Ursula Trabalski, die 1961 als erste Frau den Vorsitz des SPD-Ortsvereins übernahm und 1975 in den Stadtrat gewählt wurde ebenso wie über die drei Sterne im Gerresheimer Stadtwappen: sie symbolisierten die heilige Margareta, Katharina und Ursula. Auch Agnes Olmans und Helena Curtius, die noch 1738 als Hexen verbrannt wurden, ließ Pannes nicht aus.

Und einen Vorschlag für einen neuen Straßennamen, vielleicht im geplanten Glasmacherviertel, hat die Stadtführerin bereits. „Professor Annelies Heigl-Evers war 1977 die erste Professorin für Psychosomatik an der Uni Düsseldorf und bis 1989 ärztliche Direktorin der LVR Klinik in Gerresheim“, so Pannes. „Es gab und gibt sie also die bewundernswerten, tatkräftigen und manchmal unkonventionellen Frauen.“