Düsseldorf: CDU sieht alte Kämmerei als Millionengrab

Langer Leerstand : CDU sieht Alte Kämmerei in Düsseldorf als Millionengrab

Der Leerstand der Immobilie neben dem Rathaus kostete bislang mehr als fünf Millionen Euro.

Lange hat es gedauert, bis es für die Nutzung der Alten Kämmerei am Marktplatz eine Lösung gab. Seit fünf Jahren steht der Bau leer. Im Sommer wurde bekannt, dass die Kölner Art-Invest ihn für 80 Jahre in Erbpacht übernehmen wird. Das Unternehmen zahlt dafür knapp 18 Millionen Euro. Im Erdgeschoss sind Gastronomie und eine Eventhalle geplant, im Keller Gastronomie, in den oberen Etagen Büros. Die südlich angrenzende Terrasse könnte weiterhin vom Brauhaus Uerige genutzt werden.

Ende gut, alles gut? Dabei wollten es die Christdemokraten zehn Monate vor der nächsten Kommunalwahl nicht bewenden lassen. Im Finanzausschuss fassten sie nach und ließen sich von Kämmerin Dorothée Schneider detailliert auflisten, was der lange Leerstand der städtischen Immobilie in allerbester Lage seit 2014 gekostet hat. So werden sich allein die zwischen Oktober 2014 und Januar 2020 angefallenen Betriebs- und Energiekosten für das ungenutzte Gebäude auf rund 1,3 Millionen Euro summieren. Deutlich höher fallen die Mietkosten für die Ausweich-Standorte Cranachstraße, Erkrather Straße und Witzelstraße aus. Dorthin waren Mitarbeiter der Kämmerei sowie der Stadtkasse ausgelagert worden. „Die Mietkosten für diese Ersatz-Standorte betrugen etwa 4,3 Millionen Euro“, stellte Schneider fest. Auch künftig werden dort Mietkosten anfallen. Sie belaufen sich auf insgesamt rund 840.000 Euro im Jahr.

„Ein Teil dieser Millionen-Ausgaben war vermeidbar. Der Weg hin zu einer neuen Nutzung dieser kommunalen Immobilie hat mit mehr als fünf Jahren einfach viel zu lange gedauert“, stellte Andreas Hartnigk, Vize-Chef der CDU-Ratsfraktion, nach der Ausschuss-Sitzung fest.

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