Gerresheim: Dreck, Ratten und kein Aufzug: Stillstand am S-Bahnhof Gerresheim

Gerresheim: Dreck, Ratten und kein Aufzug: Stillstand am S-Bahnhof Gerresheim

Die SPD in der Bezirksvertretung 7 hält vor allem den Zustand in dem Fußgängertunnel für unzumutbar. Seit 2010 sei kein Fortschritt zu erkennen.

Hildegard Düsing-Krems liegt Gerresheim am Herzen. Daher ist ihr der S-Bahnhof auch ein Dorn im Auge. Und zwar vor allem der Fußgängertunnel, den Fahrgäste nutzen müssen, wenn sie zu den Gleisen gelangen wollen, oder Fußgänger, wenn sie von der Heye- zur Glashüttenstraße möchten. Der ist nicht barrierefrei, es gibt nur Treppen und keinen Aufzug. Rollstuhlfahrer, Senioren mit Rollator oder auch Mütter mit Kinderwagen schauen buchstäblich in die Röhre. Ein Angstraum ist der Tunnel noch dazu, in der Dunkelheit meiden Menschen entsprechend die Unterführung. Das war irgendwie schon immer so, die Gerresheimer haben sich daran gewöhnt, die von der Bahn versprochene Sanierung des Bahnhofs lässt seit Jahren auf sich warten.

Was jetzt noch hinzukommt: Die Unterführung ist total verdreckt, Ratten seien bereits gesichtet worden. Auf ihrer Facebookseite hat Düsing-Krems dazu aufgerufen, ihr Fotos zu schicken, und die trudelten bei der SPD-Frau reichlich ein. Der Boden ist darauf übersät mit Kippen, Scherben und Plastikmüll. 2010 habe das Gutachterverfahren zur Unterführung stattgefunden, "seitdem ist nichts passiert, außer dass der Tunnel immer dreckige wird", schreibt sie dazu. Und bedankt sich für die vielen Fotos von Nutzern. "Jetzt haben wir wirklich was in der Hand und können Druck auf den Kessel bringen." An mehreren Tagen sei überhaupt nicht gereinigt worden, an anderen allenfalls oberflächlich. Dass der S-Bahnhof in Gerresheim beim Stationsbericht des VRR als sauber und positiv in der Funktion beurteilt werde, hält die Sozialdemokratin für eine absolute Farce.

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Auch in der Sitzung der Bezirksvertretung 7 hat die SPD das Thema S-Bahnhof Gerresheim auf den Tisch gebracht und per Antrag (mit Erfolg) einen Sachstandsbericht zur Unterführung gefordert. "Daran ist seit Jahren nicht mehr gearbeitet worden. Die Zahlen, mit denen jetzt operiert wird, sind überhaupt nicht haltbar. Alles muss neu überprüft werden", sagte Helga Leibauer. Auch die CDU richtete eine Anfrage an die Verwaltung: Wann ist mit dem ursprünglich für 2016 vorgesehenen, dann auf 2018 verschobenen Bau der Untertunnelung zu rechnen? Eine Antwort gab's noch nicht. Wohl aber auf die SPD-Anfrage zu den von vielen Gerresheimern beobachteten Ratten im Tunnel: Beschwerden über Ratten seien dem Ordnungsamt nicht bekannt, die Bahn sei aber informiert worden.

(arc)