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Gerresheim/Eller: "Die Realität ist mir zu anstrengend"

Gerresheim/Eller : "Die Realität ist mir zu anstrengend"

Martin Conrath präsentiert am Sonntag im Bogart's seinen neuen Düsseldorf-Krimi "Ich werde töten!".

"Schreiblockade, was ist das?", fragt Martin Conrath und muss lachen. Der Düsseldorfer Autor ist ein Vielschreiber, jedes Jahr ein Krimi, parallel schreibt er mit seiner Frau Sabine Martin Romane vor einem realen historischen Hintergrund. Das soll jedoch keineswegs heißen, dass Conrath es mit der Recherche nicht so genau nimmt. Im Gegenteil: "Ich habe ein Praktikum bei der Polizei gemacht und dort auch viele Freunde gewonnen. Die frage ich oft, wie weit ich einen Plot strapazieren kann. Nach deren Aussage könnte ich meine Geschichten noch weit mehr ausreizen, als ich es tatsächlich mache. Dann wäre es für den Leser aber unglaubwürdig."

Conrath hat in seinem ersten Leben als Journalist für Tageszeitungen, Magazine, das Radio gearbeitet. "Doch irgendwann habe ich gemerkt, dass ich mich im Kreis drehe. Die Realität wurde mir zu anstrengend, ich wollte mir lieber meine eigene Welt erschaffen." Auf die Freiheiten, die er als Schriftsteller genießt, will der 55-Jährige auch nicht mehr verzichten. "Ich kann arbeiten, wann und wo ich will, zu Hause, im Café, auch mal gar nicht. Länger als zwei Tage halte ich das aber nicht durch." Sein neuer Krimi "Ich will töten!" ist schon sein achter. Die ersten fünf spielten im Saarland, seiner Heimat, einer diente 2012 als Vorlage für eine Tatort-Verfilmung - der Ritterschlag. Seit neun Jahren lebt er jetzt in Düsseldorf, seit einiger Zeit in Eller.

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Conrath hat eine neue Romanfigur entwickelt, die Profilerin Fran Miller, Protagonistin auch in "Ich werde töten!". Der Thriller, den der Autor am Sonntag im Bogart's in Gerresheim vorstellen wird, spielt in Düsseldorf, hat viele Lokalbezüge (Universität, Showdown auf der Rheinkirmes mit überraschender Auflösung), erfülle aber nicht die Kriterien eines klassischen Regio-Krimis. "Die Geschichte würde anderswo ganz genauso funktionieren", sagt Conrath, der in seinem Zweitberuf Kommunikationstrainer ist. Dieses zusätzliche Talent hilft ihm, wenn er gemeinsam mit Sabine Martin historische Romane schreibt. "Das funktioniert wunderbar und hat einen entscheidenden Vorteil: Wenn bei einem der Plot mal hängt, findet bestimmt der andere eine Lösung."

Franziska ("Fran") Miller (deutsche Mutter, amerikanischer Vater) sei eine vielschichtige, unbequeme Frau, "nicht so glattgefönt, die mit ihrem Vater offen Streitereien austrägt, bei denen es sogar handgreiflich wird. Sie vereint neben weiblichen auch viele Eigenschaften in sich, die man eigentlich eher Männern zuschreibt", erklärt der Autor. Sich in eine Frau hineinzuversetzen, scheint Conrath zu gelingen, "meine findet es jedenfalls authentisch", sagt er. Auch ein Journalist spielt eine entscheidende Rolle in dem Roman. Mit autobiografgischen Zügen? "Das weise ich weit von mir", erklärt der Schriftsteller mit gespielter Empörung. Zu viel verraten will er von seinem neuen Buch natürlich nicht, nur eines sei vorab festgehalten: Der Täter wird zum Schluss gefasst. "Das Genre verlangt die Wiederherstellung der Ordnung, alles andere könnte ich meinen Lesern auch nicht zumuten", sagt Conrath und kann sich dabei ein leicht diabolisches Lächeln nicht verkneifen.

(RP)