Gerresheim/Unterbach: Der Zauber auf dem Gerricusplatz

Gerresheim/Unterbach : Der Zauber auf dem Gerricusplatz

Die Besucher sind sich einig: Die Weihnachtsmärkte in Gerresheim und Unterbach sind viel familiärer und gemütlicher als die großen in der Innenstadt.

Es ist, als würde man eine andere Welt betreten: Gerade noch in der Fußgängerzone von Gerresheim, eröffnet sich hinter dem hohen, hölzernen Torbogen ein kleines Weihnachtsdorf. Etwa 30 kleine Holzhäuschen stehen auf dem Gerricusplatz, an dessen Kopfende die Basilika St. Margareta thront. Auf einer kleinen Bühne spielt der Evangelische Posaunenchor Nikolaus-Lieder, während sich die Gerüche von Glühwein und Crêpes in der Luft vermischen.

An den Buden gibt es handgemachte Hundehalsbänder und Magnetschmuck, etwas weiter können Kinder afrikanische Sandbilder malen und Stoff-Taschen stempeln. "Es ist einfach klein und familiär", sagt Sylvia Peters, die das Weihnachtsdorf sehr schätzt. Sie war die letzten Jahre als Besucherin dort, dieses Jahr verkauft sie in einer kleinen Bude selbst gemachte Weihnachtsgestecke: "Bei allem, was es hier zu kaufen gibt, steckt ganz viel Handarbeit drin." Neben Häuschen mit Lederwaren und Fellen wird die "Heiße Düsselbiene" ausgeschenkt - cremig-süß duftet der Düsseldorfer Honigwein. Mittig auf dem Platz dreht sich ein altes Kinderkarussell, auf der Bühne stehen der Düsseldorfer Polizei-Chor und ein Chor bestehend aus Flüchtlingen. Unter der Leitung von Maximilian Wallrath singen sie Lieder aus ihren Heimatländern.

Nicht nur Gerresheim ist in Weihnachtsstimmung gekommen am Wochenende, auch in Unterbach sind vor und in der Wichernschule Mandel-, Glühwein- und Reibekuchen-Stände aufgebaut worden. Der Weg von der Gerresheimer Landstraße zur Festhalle ist mit einer langen Lichterkette und vielen Windlichtern ausgeleuchtet. Auf dem Weihnachtsmarkt stehen 20 Weihnachtsbäume, die liebevoll mit Sternen und Lametta dekoriert worden sind.

In kleinen Gruppen stehen und sitzen die Menschen zusammen. Sie wärmen ihre Hände an ihren Getränken. "Hier ist es einfach gemütlicher als in der Innenstadt", sagt Birgit Kurtz. Für sie ist das Weihnachtsdorf so besonders, dass sie jedes Jahr aus Erkrath nach Gerresheim kommt. Am Tisch direkt daneben haben sich zwei Freundinnen nach Jahren wiedergesehen. "Wir waren zusammen in der Schule und haben uns hier eben zufällig getroffen", erzählt Astrid Sprengel. "Jetzt lassen wir die Streiche von früher noch mal Revue passieren", ergänzt Kerstin Deutmarg. Beide gingen früher aufs Gymnasium Am Poth und sind extra für das Weihnachtsdorf gekommen. "Es sind die Menschen und diese atemberaubende Kulisse, die das Dorf so besonders machen", sagt Gunther Philipps mit sichtlich stolzer Miene und einem kurzen Kopfnicken zur Basilika. Er ist Vorsitzender der Interessengemeinschaft "Wir in Gerresheim" (WIG). Als das Weihnachtsdorf vor sechs Jahren auf den Gerricusplatz zurückgezogen ist, hat sich Gunther Philipps damit seine Kindheitserinnerungen wieder zum Leben erweckt. Manfred Peter vom Bürger- und Heimatverein Unterbach ist ebenfalls zufrieden, er wünschte sich nämlich nicht nur gutes, sondern winterliches Wetter - und das hat der Mann vom Vorstand auch bekommen.

Als die Chöre leiser und die weihnachtlichen Gerüche schwächer werden, heißt es Abschied nehmen. Von der Welt hinter dem dem hölzernen Torbogen und der Schule in Unterbach, dem Glühwein und der Stimmung, die so gemütlich ist auf dem Weihnachtsmarkt.

(RP)
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