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Gerresheim: Bürgerstiftung ist einfach unverzichtbar

Gerresheim : Bürgerstiftung ist einfach unverzichtbar

Die Bürgerstiftung Gerricus wurde 2008 von Mitgliedern der katholischen Kirchengemeinde St. Margareta gegründet. Sie entlastet und unterstützt die Gemeindearbeit. In den zehn Jahren sind viele Hilfsprojekte verwirklicht worden.

Als Oliver Boss im Vorjahr an seinem alten Arbeitsplatz in Köln erzählte, er würde das Pfarramt in der Gemeinde St. Margareta in Gerresheim übernehmen, hörte er nur Gutes: "Da kannst du dich glücklich schätzen, da ist so einiges möglich - nicht zuletzt wegen der Bürgerstiftung Gerricus", fasst Boss die verteilten Vorschusslorbeeren zusammen und sagt: "Alles davon hat sich bewahrheitet. Die Gemeinde ist ohne die Bürgerstiftung kaum denkbar, sie unterstützt und entlastet sie. Flüchtlinge oder Bedürftige finden genau dort die richtige Anlaufstelle", nennt der Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung nur eines von vielen Beispielen.

Dass die Bürgerstiftung Gerricus noch schnell im Dezember 2008 gegründet worden sei, habe sich als Glücksfall erwiesen, erinnert sich die langjährige Vorsitzende Barbara Krug, "im Januar fielen die Zinsen in den Keller, da hätte an so etwas niemand mehr einen Gedanken verschwendet". Von der Arbeit der Stiftung sollten immer möglichst viele profitieren, "denn Katholiken sind ja auch Bürger", hebt Krug hervor. Sie meint damit, dass eben nicht nur Gemeindemitglieder im Blickfeld stehen sollen.

Viele Projekte sind seit der Stiftungsgründung umgesetzt worden - von der Sanierung des Begegnungszentrums Aloysianum über die Einrichtung der Schatzkammer in der Basilika statt der nicht mehr benötigten Taufkapelle bis zur Anlage eines Sinnesgarten im Gerricusstift, der bald auch Nicht-Bewohnern offen stehen soll, oder dem neu eingebauten Lift in der Gemeinde St. Katharina. Dass so vieles funktioniert habe, sei nicht nur auf ein hohes Spendenaufkommen zurückzuführen, sondern in gleichem Maße auf das Engagement vieler, vor allem der "Zeitstifter", unterstreicht Vorstandsmitglied Angelika Fröhling. Beate Kreifels zählt dazu. Sie ließ sich aus mehreren Gründen schnell überzeugen, mitzuwirken: "Freundlich, aber auch führend, professionell, konkret, mit großer Nähe und Nachhaltigkeit", beschreibt sie ihre ersten Eindrücke. Und: Bei den Zeitspendern werde kein Unterschied zwischen Banker oder Rentner gemacht, so Krug.

Der aktuelle Vorstandsvorsitzende Michael Brockerhoff kommt immer wieder gerne auf die Leitidee der Stiftung zu sprechen: "Begegnungen fördern, beispielsweise zwischen Deutschen und Flüchtlingen. Wobei Flüchtlinge eben nicht nur Grammatik lernen, sondern auch reale Konversationen führen wollen." Ohnehin bilde die Arbeit für Flüchtlinge (etwa Begegnungscafé, Sprachkurse, Nähkurse, Kleiderkammer), aber eben auch für Deutsche, die von Armut betroffen sind, nach wie vor einen Schwerpunkt der ehrenamtlich geleisteten Arbeit der Stiftung - wobei die kulturellen Veranstaltungen (Konzerte, Lesungen, Vorträge) nicht vernachlässigt werden sollen. Ein wichtiger Baustein bleibe die Caritas/Diakonie-Sprechstunde mit einem Finanzbedarf von 100.000 Euro im Jahr.

Wie sehr die Kirchengemeinde vom Engagement der Bürgerstiftung profitiert, lässt sich besonders gut daran ablesen, dass etwa der Jugendreferent ebenso wie die Seniorenreferentin (ab 1. August) von der Stiftung bezahlt werden, sie aber bei der Gemeinde angestellt sind.

Für die Zukunft hat der Vorstand viele Pläne, will etwa den Eingangsbereich der Basilika schöner gestalten, den Brunnengarten auf Vordermann bringen oder auch Senioren erreichen, die nur selten vor die Tür kommen.

(arc)