20 Düsseldorfer senden TV-Magazin aus Privatwohnung

Fernsehen aus Gerresheim: Lokalfernsehen aus Gerresheim

Über NRWision wird ab 10. September die „Düsseldorfer Rundschau“ mit Sport, Musik und Lokalpolitik ausgestrahlt.

Bald hat Düsseldorf wieder ein eigenes Fernsehmagazin. Ob das eine Zukunft hat, wird sich zeigen, die Macher sind jedenfalls hochmotiviert und haben für ihr Experiment rund 10.000 Euro an Startkapital für die Grundausstattung zusammengekratzt. Gesendet werden soll zunächst einmal aus einer Privatwohnung an der Benderstraße in Gerresheim, erstmals auf Sendung geht DR-TV („Düsseldorfer Rundschau“) am 10. September auf NRWision im digitalen Kabelnetz, der auf den meisten Fernbedienungen ziemlich weit hinten eingespeichert sein dürfte. Schon jetzt sind die ersten fertigen Beiträge auf Facebook abrufbar.

„Düsseldorf braucht einfach wieder eine visuelle Plattform für Vereine, Kultur und Sport, aber auch für die Lokalpolitik“, sagt Michael Möller, seit vergangenem Jahr für die Deutsche Sportpartei Mitglied in der Bezirksvertretung 7. Parteipolitisch sei das TV-Magazin aber nicht beeinflusst, betont Möller, auch wenn die meisten seiner rund 20 Mitstreiter tatsächlich aus dem Umfeld der Partei stammen würden. Außer Möller (55) seien das vor allem junge Filmstudenten, Mediengestalter oder Journalisten zwischen 22 und 30 Jahren. Was alle vereint: „Wir machen das aus Überzeugung und ehrenamtlich, wollen damit kein Geld verdienen“, so Möller, der „frische Schnitte und ein modernes, freches, weniger verstaubtes Programm“ verspricht. Ein gutes Beispiel dafür sei das Interview mit Rainer Klöpper, Fraktionsvorsitzender der CDU in der BV7. „Der verteilt ordentlich und schont auch seine eigene Partei nicht, das hat ein riesiges Feedback auf Facebook gegeben“, erzählt Möller.

Die erste, rund 90-minütigen Sendung wird überhaupt einen klaren Gerresheim-Schwerpunkt haben, etwa über den politischen Streit in der BV7 an der Klotzbahn oder die Renaturierungsmaßnahmen rund um den Pillebach berichten. „Wir wollen mittelfristig aber vor allem den Bereich Sport abdecken, Reportagen und Hintergründe zu DEG und Fortuna bieten und nicht zuletzt der Musik viel Platz einräumen“, beschreibt Möller das Spektrum. In der Auftaktsendung (die ähnlich wie bei Center TV dann in der Rotation mehrmals wiederholt wird) gibt es zum Beispiel eine Reportage über die Band „Nichts“, ein Bericht über die „Bollock Brothers“ soll folgen.

Möller ist jedenfalls zuversichtlich, dass er und sein Team mit dem neuen Fernsehformat ein Publikum in Düsseldorf finden werden. „Wir haben eine Reichweite von 28.000 Menschen, das ist schon enorm. Das Interesse an Regional- und Lokalfernsehen ist nach wie vor vorhanden“, sagt er. Der gelernte Journalist kann sich auch gut vorstellen, später in ein „richtiges“ Studio umzuziehen, „aber wir wollen erstmal klein anfangen, noch steckt das Projekt in den Kinderschuhen“. Auf Facebook hält sich die Resonanz mit 150 Abonenten noch in überschaubaren Grenzen

Ganz so kleine Brötchen wollen die jungen Fernsehmacher aber dennoch nicht backen und haben vorsorglich schon mal Fan-T-Shirts drucken lassen. Und da Michael Möller auch bei dem Radio-Sender Hitradio Düsseldorf mitmischt, hat bei der „Düsseldorfer Rundschau“ auch keiner Angst vor einer Sendepause: „Wenn das Fernsehen ruht, laufen Hits.“

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