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Unterrath: Gemeinde vor schwerer Entscheidung

Unterrath : Gemeinde vor schwerer Entscheidung

Um weiter existieren zu können, muss die Evangelische Kirchengemeinde Unterrath mit einer anderen Gemeinde eine Kooperation eingehen. Damit verbunden wird die Aufgabe von Standorten und Immobilien sein.

Als im März diesen Jahres das Gemeindehaus der evangelischen Petruskirche geschlossen wurde, kam zum Teil heftiger Protest von Gemeindemitgliedern. Kritisiert wurde dabei auch die Kurzfristigkeit, mit der die Schließung angekündigt wurde, und eine fehlende Kommunikation. Das soll sich nun nicht mehr wiederholen. Zurzeit erarbeitet das Presbyterium ein Konzept, wie die Zukunft der Evangelische Kirchengemeinde Unterrath gestaltet werden soll, und informiert in Gemeindeversammlungen und Gemeindebriefen die Bürger regelmäßig über den Sachstand.

Dazu sollen sich diese äußern und Anregungen vorbringen können. Denn was an Veränderungen ansteht, werden viele als einen sehr drastischen Schritt empfinden. Im Gespräch sind Kooperationen mit anderen Gemeinden und damit verknüpft die Aufgabe weiterer Immobilien. "Alleine sind wir zu klein, um nach Kriterien, die der Kirchenkreis aufgestellt hat, existieren zu können", sagt Presbyteriums-Vorsitzender Kurt Schaaf. Dazu gehört unter anderem, dass jede Gemeinde ein attraktives Zentrum haben muss und mindestens zwei Pfarrstellen, einen Küster, Kirchenmusiker und den Unterhalt der Kirchengebäude finanzieren kann.

"Um attraktiv zu bleiben, müssen auch noch Gelder für die Jugend- und Sozialarbeit eingeplant werden. Das ist für Unterrath alleine nicht machbar. Es wird jetzt schon sehr eng", sagt Schaaf. In den letzten Monaten hat er deshalb intensive Gespräche mit Vertretern von angrenzenden Gemeinden, wie beispielsweise der Thomaskirche in Mörsenbroich, geführt, um einen Zusammenschluss zu erörtern. Gespräche mit der Gemeinde Kaiserswerth und der Oster-Kirchengemeinde in Rath und Grafenberg stehen noch an.

"Es gibt aber Anzeichen, dass Kaiserswerth andere Pläne hat. Die Oster-Kirchengemeinde hat ja schon einen Zusammenschluss hinter sich, so dass wir uns verstärkt um die Thomasgemeinde bemühen", sagt Schaaf. Die Ergebnisse sollen in der Gemeindeversammlung im November präsentiert werden. Nach den ersten Analysen der Gebäudestrukturen gilt es aber bereits als ziemlich sicher, dass keiner der drei Standorte der Evangelischen Gemeinde Unterrath für den künftigen Bedarf und die Konzentration der Arbeit an einem Ort ausreicht.

Zumal dann auch noch die Anforderungen des künftigen Kooperationspartners erfüllt werden müssen. Mit Hilfe von externen Fachleuten wurden die Nutzungsmöglichkeiten der vorhandenen Gebäude untersucht. Das Ergebnis ist, dass zum Beispiel die Matthiaskirche zu klein ist und nicht erweitert werden kann. Die Pauluskirche wiederum ist zu schlecht angebunden. "Wir müssen bedenken, dass dann ja Besucher von viel weiter hinkommen müssen", sagt Schaaf. Noch könnte man sich am Standort Paulus vorübergehend arrangieren, aber es soll nun eine Lösung erarbeitet werden, die mindestens bis 2030 Bestand hat, um Ruhe in das Gemeindeleben zu bringen.

"Vor diesem Hintergrund wird ein neuer, zeitgemäßer und der kirchlichen Entwicklungen angemessener Standort als beste Möglichkeit gesehen", sagt Schaaf. Wo sich dieser aber befinden wird und wie er zu gestalten ist, kann erst erörtert werden, wenn auch feststeht, mit welcher anderen Gemeinde man zusammenwachsen wird.

(RP)