Düsseldorf-Benrath: Gelenkbus fährt sich fest

Düsseldorf-Benrath : Gelenkbus fährt sich fest

Nach einem ausufernden Streit mit einem Fahrgast an der Haltestelle Urdenbacher Allee, fuhr sich der Fahrer der Linie 789 nach Monheim an der Friedhofstraße fest, weil er in die falsche Richtung der Paulistraße abgebogen war.

Normalerweise fährt kein Linienbus die Friedhofstraße entlang, schon gar kein Gelenkbus. Doch als normal war das eh nicht zu bezeichnen, was den Fahrgästen der Linie 789 nach Monheim und etlichen Schaulustigen geboten wurde. Mit seinem Fahrzeug fuhr sich der Busfahrer Dienstagnachmittag um 14 Uhr — übrigens nach Angaben der Rheinbahn kein Anfänger, sondern ein gestandener Mitarbeiter aus Benrath — dort fest, wo die Friedhofstraße in den Park&Ride-Parkplatz unter der Münchener Straße endet.

Auslöser dieses fatalen Fehlers, der erst nach einer halben Stunde mit umständlicher Rangiererei behoben werden konnte, war, dass der Fahrer rechts und links verwechselte, wie ein Sprecher der Rheinbahn mitteilte: Der Busfahrer hatte die Anweisung von seiner Leitstelle bekommen, von der Heubesstraße rechts in die Paulistraße abzubiegen. Tatsächlich aber fuhr der Fahrer nach links in die Paulistraße mit bekanntem Ende.

Dieser Aussetzer war einem Vorfall geschuldet, der sich zuvor an der Haltestelle Urdenbacher Allee zugetragen hatte. Eine Frau wollte mit einem Becher Kaffee in den Bus einsteigen. Daraufhin bat der Fahrer sie, den Becher wegzuwerfen. Was die Frau nach längerer Diskussion tat, allerdings nicht ohne den Busfahrer zu beschimpfen, wie es hieß. Der Fahrer rief erst bei der Rheinbahn-Leitstelle und dann bei der Polizei an. Bevor die Polizei nicht eingetroffen sei, werde er nicht weiterfahren, wurden die Fahrgäste informiert. Die Frau wollte daraufhin aussteigen, aber nicht ohne den Namen des Fahrers, um sich über ihn zu beschweren. Dieses soll der Busfahrer verweigert haben.

Mittlerweile staute sich hinter der Linie 789 die U74. Als sich darüber wartende Fahrgäste beschwerten, fuhr der Busfahrer los und bog in die Paulistraße ab, allerdings in die falsche Richtung. Entnervt stiegen ob des andauernden Streits in Höhe des Rewe-Parkplatzes etliche Fahrgäste aus dem Bus. Rund zehn Minuten später verließ die Frau das Fahrzeug mit den Worten "Ich steige aus, damit die anderen Leute heute noch weiterkommen." Doch danach ging die Fahrt in Richtung Mona Mare noch immer nicht planmäßig weiter.

Die eingetroffenen Polizeibeamten mussten nun keinen Streit mehr schlichten, sondern den Busfahrer aus seiner misslichen Lage lotsen. Der Versuch, mit dem Gelenkbus rückwärts in die Straße Am Pritschauhof zu fahren, scheiterte nach mehreren Versuchen. Danach lotste die Polizei den Fahrer auf den Fußgänger- und Radweg Richtung Shell-Tankstelle. Nach etlichen Versuchen gelang es dem Fahrer schließlich, zu wenden und zurück zur Urdenbacher Allee zu fahren, um seine ursprüngliche Route mit über einer halben Stunde Verspätung wieder aufzunehmen.

Doch damit ist der Ärger für den Busfahrer noch nicht zu Ende. "Er hat der Leitstelle zunächst überhaupt nichts davon gesagt, dass er falsch abgebogen und sich festgefahren hat. Das geht natürlich gar nicht, auch wenn er emotional gerade wegen des Vorfalls sehr aufgewühlt war. Unsere Verkehrsmeister sind dazu da, in solchen Fällen beim Manövrieren zu helfen", kritisierte der Rheinbahn-Sprecher die Verhaltensweise des Fahrers.

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(RP/ila/ac)
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