Benrath: Geldlehrer Strippel lehrt den Umgang mit Geld

Benrath: Geldlehrer Strippel lehrt den Umgang mit Geld

Wer seine Prüfung als Geldlehrer frisch bestanden hat, müsste doch eigentlich wissen, wie viel Geld er in seinem Portemonnaie hat, oder? Frank Strippel überlegt kurz: "Fünf Euro." Doch knapp vorbei ist auch daneben, hat sich doch neben den paar Münzen im Geldscheinfach noch ein Fünfer versteckt. Zusammengerechnet kommt der 45-jährige Finanzberater auf 12,50 Euro. Doch viel wichtiger, als auf den Cent genau zu wissen, wie viel man aktuell in der Geldbörse hat, ist sich im Dickicht von Finanzgeschäften auszukennen. Und wo setzt man da nicht besser an als in der Schule?

Doch wie wird man ehrenamtlicher Geldlehrer? Am besten so wie Strippel, der in Benrath beim Finanzdienstleister Plansecur arbeitet. Auf der DKM, der Fachmesse für die Finanz- und Versicherungswirtschaft, nahm Frank Strippel im vorigen Jahr an einer Verlosung zweier Verlage teil und gewann: die Ausbildung zum Geldlehrer. Denn die kostet normalerweise 2900 Euro — nicht eben ein Pappenstiel. Eine Summe, bei der es sich der zweifache Familienvater Strippel zweimal überlegte, ob er das auch auf eigene Kosten hätte machen wollen.

Durchgeführt wird die Ausbildung vom eingetragenen Verein "Geldlehrer". Gegründet wurde er im Dezember 2010. Gemeinnützig ist er seit August 2011. Das Ziel: 1000 Geldlehrer auszubilden, die in den neunten und zehnten Klassen von weiterführenden Schulen über ein Schuljahr lang über Sparpläne, Darlehen, Ratenkredite, Inflation und die eigene Altersversorgung reden. In den Kosten enthalten sind die Unterrichtsmaterialien für eine Klasse für ein Schuljahr.

Frank Strippel gehört seit Anfang Februar nun also zum Kreis der ausgebildeten Geldlehrer, nachdem er das Basisseminar belegte und die Prüfung erfolgreich abschloss. Die war für den diplomierten Wirtschaftsmathematiker kein Problem. Für den Unterricht mit den Schülern wird allerdings ein spezieller Taschenrechner genutzt, "der alles ausrechnen kann", sagt Strippel. Etwa auch, dass der vermeintliche Null-Prozent-Zinsen-Ratenkauf doch teurer kommt als eine Barzahlung. Zu oft erlebt der Erkrather in seinem Beruf, dass die Finanzwelt für viele Menschen ein Buch mit sieben Siegeln ist.

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Zwei Schulen, in denen er Schülern alles über das Thema Geld beibringen will, hat er bereits im Auge: das Gymnasium in Hochdahl, in das seine beiden Kinder gehen, und das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium in Leverkusen. In Letzterem machte Strippel einst sein Abitur. Aber auch Schulen aus dem Düsseldorfer Süden können sich bei Interesse bei Frank Strippel melden.

Kontakt zu Frank Strippel: 0178 34 17 228. E-Mail: frank.strippel@geldlehrer.de.

(RP)
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