Benrath: Gartenmuseum feiert Jubiläum

Benrath : Gartenmuseum feiert Jubiläum

Zum zehnjährigen Bestehen lud das "Museum für Europäische Gartenkunst" im Schloss zum Tag der offenen Tür ein. Die Besucher erlebten klassische Musik, Museumsführungen und einen Workshop rund um die Zitrone.

Das Gartenkunstmuseum im Ostflügel von Schloss Benrath hat gestern mit einem "Tag der offenen Tür" sein zehnjähriges Bestehen gefeiert. Anlässlich dieses Festtages öffneten die Kulturinstitute in den benachbarten Gebäuden ebenfalls ihre Pforten und machten Schloss Benrath zu einem Treffpunkt der Garten- und Kulturfreunde.

Barbara Engemann-Reinhardt hat ihre Freundinnen Ursula Stenzel und Karin Wennmann zufällig bei den "Sonntagsbegegnungen" am Vormittag getroffen. Sechs Mal im Jahr konzertieren die Musikschüler der Clara-Schumann-Musikschule unter diesem Titel im Museum. Zum Jubiläum gab es eine besondere Neuerung nach dem ersten Konzertteil, in dem Solisten Barockmusik spielten. "Im zweiten Teil spielte dieses Mal ein neunköpfiges Orchester", erzählte Engemann-Reinhardt. "Zwischen Musikern und Publikum herrschte eine Einheit. Das war ganz großartig." Dabei war anfangs noch nicht sicher, ob das Konzert überhaupt stattfinden konnte, denn kurzfristig war der Oboist ausgefallen. Für ihn sprang sein Lehrer ein – allerdings auf der Klarinette.

Auf den Spuren der Orangerie

Nicht nur die Musikliebhaber kamen auf ihre Kosten. Wer wissen wollte, wie die Orangerie von Schloss Benrath entstand, konnte sich mit Alexandra Pypetz auf eine Reise in die Vergangenheit begeben: "Haben Sie schon einmal von der Pomeranze gehört?", fragt die Führerin im Raum für französische Gärten. "Die Pomeranze ist ein anderer Name für die Bitter-Orange", erklärt sie. Sie ist eng mit dem griechischen Mythos des Herkules verbunden. Im Mittelalter gerieten die "Goldäpfel" in Vergessenheit. Nach ihrer Wiederentdeckung in der Renaissance gelangten sie zu Weltruhm. Nicht nur Goethe widmete der Pomeranze 1789 ein Gedicht. Vor allem holten die europäischen Barock-Fürsten die Früchte in ihre Gärten. Und: "Nach dem Schlossbau in Benrath ließ der pfälzische Kurfürst Carl Theodor nur seine besten Bäume pflanzen", so Pypetz.

Kinder machen Orangenlimonade

Wie man Zitrusfrüchte nach der Ernte nutzen kann, zeigte Jürgen Gromoll Kindern und Erwachsenen in den Pädagogikräumen des Museums am Beispiel der Zitrone. Für Vanessa war es gar nicht so leicht, die Zitrone mit dem Messer zu teilen. Unterstützt von ihren Eltern Andreas und Kornelia Scheja klappt es dann doch – schließlich wollten sie gleich frische Limonade kosten. Das Auspressen ging leichter. "Da kommt doch richtig viel raus", lobte Gromoll. Anschließend schüttete Vanessa den Zitronensaft in ein Glas, füllte es mit zwei Teilen Wasser auf und probierte: "Das ist ja sauer!" Vanessa verzog das Gesicht. Nach der Zugabe von fünf Tropfen Süßstoff fiel ihr Urteil über ihre selbstgemachte Limonade anders aus: "Das ist richtig lecker."

(RP)