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Garath: Zwei Fußball-Mamas für alle Fälle

Garath : Zwei Fußball-Mamas für alle Fälle

Alexandra Franken und Birgit Schieche teilen ein Schicksal. Sie kümmern sich um die Wäsche der Kicker beim Garather SV - ehrenamtlich. Oft beginnt für die beiden Frauen die Wascharbeit gleich nach dem Schlusspfiff..

Alexandra Franken und Birgit Schieche teilen ein Schicksal: Beide sind Mütter Fußball spielender Töchter. Glück für den Garather SV, wo Janina und Lea Franken, inzwischen 16 und 13 Jahre alt, und Sarah Schieche, Torhüterin in der U19, in ihrer Freizeit dem runden Leder nachjagen. Denn neben den Töchtern sind längst auch die Fußball-Mamas aus dem Verein nicht mehr wegzudenken - als Betreuerinnen für die jungen Kickerinnen, beim Organisieren von Fahrten, Feiern und Turnieren, und nicht zuletzt als Waschfrauen für die zahlreichen verschwitzten Trikots, die Woche für Woche anfallen.

"Anfangs haben wir nur die Trikots der Mädchenmannschaften gewaschen", erklärt Alexandra Franken. "Inzwischen waschen wir auch die Hemden und Hosen der ersten und zweiten Herrenmannschaft." 15 bis 20 Trikotsätze kommen pro Team zusammen. Für das Waschen stehen auf der GSV-Anlage an der Koblenzer Straße eine Waschmaschine und ein Trockner zur Verfügung. Oft beginnt die Wascharbeit gleich nach dem Schlusspfiff. Vor allem am Wochenende, wenn die Pflichtspiele stattfinden, haben sie es stressig. "Eigentlich brauchen wir eine zweite Waschmaschine", stellt Birgit Schieche fest. Angesichts eines knappen Vereinsetats ein Wunsch für die ferne Zukunft.

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Beinahe täglich sind die beiden Mütter auf der Bezirkssportanlage an der Koblenzer Straße im Einsatz. "Das füllt uns schon komplett aus", bestätigt Birgit Schieche. Die 52-jährige gelernte Krankenschwester, die früh morgens bereits beruflich mit einem Frühstückswagen ab 6.30 Uhr rund dreißig Firmen in Holthausen, Hellerhof und Langenfeld mit Kaffee, Brötchen, Bockwurst und Obstsalat beliefert, engagiert sich besonders seit der Toulouse-Fahrt ehrenamtlich für den Verein, als der GSV im Jahr 2011 in Kooperation mit dem Goethe-Institut an einem binationalen Spielerinnen-Austausch teilnahm. Auch Fahrdienst gehört inzwischen zu ihren Pflichten. "Nicht alle Eltern haben Zeit und Gelegenheit, ihre Töchter zu den Spielen zu begleiten." Tatkräftige Hilfe beim Renovieren des Vereinsheims im vorigen Sommer war eine Selbstverständlichkeit.

Und der Dank? "Wir werden schon mal in den Arm genommen und kräftig gedrückt", sagt Alexandra Franken. Zu Weihnachten gibt es einen Essensgutschein für das unermüdliche Helfer-Duo. Das gesellige Vereinsleben spielt für die Motivation der Fußball-Mamas die entscheidende Rolle. "Bei Feiern sind wir immer mit dabei." Und am Spielfeldrand wird bei Sieg und Niederlage der Mädchen- und Männermannschaften mitgefiebert.

"Ja, unser Familienleben findet auf dem Platz statt", räumt Alexandra Franken, die zusätzlich noch als Verkäuferin im Pennymarkt in Reisholz arbeitet, ein. Ehemann Georg bekleidet beim GSV die Ämter als Jugendobmann und Mädchen-Trainer (U15 und U17). Selbst Birgit Schieches Mann Mario ist als Betreuer und Zeugwart eingespannt. "Man muss mit Spaß bei der Sache sein", betont sie. "Sonst geht das nicht."

Geplant wird gegenwärtig eine Fahrt der Garather Nachwuchsmannschaften im September nach Schloss Dankern. Unterkünfte für rund 150 Teilnehmer sind zu mieten. Fördermittel müssen beantragt und das Programm mit Aktionen wie Wasserski erstellt werden. Viel Arbeit für Alexandra Franken und Birgit Schieche. "Wir sind ein eingespieltes Team", sagen beide. Die Absprachen stimmen. Für die Mädchen sind die Fußball-Mamas Helferinnen in allen Lebenslagen. "Auch für private Probleme haben wir ein offenes Ohr."

(RP)