Garath: Unbekannte stehlen Tannenbaum von SOS

Garath: Unbekannte stehlen Tannenbaum von SOS

Kinder sollten gestern den Baum vor dem Büro von SOS-Kinderdorf schmücken. Förster von Dörnberg hat schon Ersatz gestiftet.

Es hätte so ein schöner Tag werden können. Schon seit dem Wochenende haben sich die Kinder der Tagespflege von SOS-Kinderdorf an der Matthias-Erzberger-Straße darauf gefreut, endlich den Tannenbaum zu schmücken. Der stand nämlich seit Donnerstag in einem Ständer direkt vor der Tür. Da die bestellten Lichterketten erst am Freitag geliefert wurden, blieb der Baum zunächst ungeschmückt.

"Und jetzt ist er weg", sagt Cora Müller vom SOS-Kinderdorf, die zunächst an der leeren Stelle vorbeigegangen war, als sie gestern Morgen das Büro betrat. Erst die Mütter der U-3-Kinder hatten sie darauf aufmerksam gemacht, als sie fragten, wo denn die zwei Meter hohe Tanne geblieben sei. Dann schaute Müller noch einmal nach und fand lediglich den leeren Christbaumständer vor der Tür. Den hat Hausmeister Janos Kopka inzwischen weggeräumt, und so erinnert nur noch ein dunkler Fleck auf dem Bürgersteig an den Weihnachtsbaum. "Hätte ich ihn doch nur an dem Laternenmast festgebunden", meint Kopka ein wenig resigniert. Denn die Vorrichtungen dafür hängen noch an dem Mast. "Aber ich wollte den Baum erst befestigen, wenn er geschmückt ist und die Lichterkette dranhängt", sagt er.

"Wer tut so was?", fragen sich die Mitarbeiter von SOS. Deren Chef Herbert Stauber glaubte zunächst, der Baum sei ins Mehrgenerationenhaus gebracht und dort geschmückt worden. Dann fügt er hinzu: "Aber jemand wird sich sicherlich an dem Baum erfreuen..."

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Auch zahlreichen Garather Bürgern ist aufgefallen, dass der Baum verschwunden ist. Ein älteres Ehepaar kam gestern Morgen ins Büro und brachte spontan ein Adventsgesteck mit. Mehr noch: Eine selbst gebastelte winterliche Häuserlandschaft, die sogar beleuchtet werden kann, brachten sie ebenfalls vorbei. "Damit die Kinder ein wenig weihnachtliche Vorfreude haben", erklärten die beiden kurz im Sekretariat, stellten die Präsente ab und waren auch schon wieder verschwunden. "Es wäre schön, wenn sich das Ehepaar bei uns melden würde", sagt Stauber, "damit wir uns noch einmal richtig bedanken können."

Die Kinder der Tagespflege und der Hausaufgabenbetreuung stehen trotz des Diebstahls nicht ohne Baum da. Wie in jedem Jahr hat Förster Dankwart von Dörnberg vom Garather Forst Tannen für den Ortsteil spendiert - auch die gestohlene Tanne hatte er an die Matthias-Erzberger-Straße gebracht.

Als er jetzt von dem Diebstahl hörte, zeigt er wieder sein großes Herz. "Dann gibt es eben eine neue", meint er. Nur liefern kann er sie nicht, denn der Weihnachtsbaumverkauf läuft. "Soll doch Jemand mit der Schubkarre vorbeikommen", sagt von Dörnberg, der quasi Nachbar ist. So macht sich am späten Nachmittag Hausmeister Kopka auf den Weg. Heute startet der zweite Versuch, den Baum mit den Kindern zu schmücken - sofern es die Wetterverhältnisse zulassen.

(RP)