Stele erinnert an ehemalige Wallfahrtskapelle der Schwarzen Muttergottes

Garath: Stele erinnert an Wallfahrtskapelle

Am Schwarzen Weg informiert nun eine Stele über die Kapelle der Schwarzen Muttergottes. Die Heimatgemeinschaft Groß-Benrath möchte auf diese Weise ein Stück Geschichte lebendig machen.

Wer mit dem Auto über den Schwarzen Weg fährt, der passiert hinter den Wohnhäusern eine Wiese mit Bolzplatz, die an die A59 grenzt. Nichts Besonders auf den ersten Blick. Dabei erzählt der Boden ein Stück Geschichte. Vor über 300 Jahren stand dort eine Kapelle; die Kapelle zur Schwarzen Muttergottes wurde sie genannt. Sie war ein beliebter Wallfahrtsort, zu dem die Gläubigen oft aus Düsseldorf oder Hilden kamen.

Die Kapelle nicht zu vergessen und ihre Geschichte lebendig zu machen, hat sich Marianne Holle zur Aufgabe gemacht. Die Ehrenvorsitzende der Heimatgemeinschaft Groß-Benrath hatte gestern zusammen mit dem Katholischen Gemeindeverband Benrath/Urdenbach, dem Benrather Heimatarchiv und den Bezirksvertretungen 9 und 10 eingeladen, um an dem Ort eine Stele zu enthüllen. Dort können Passanten nun die Geschichte des Ortes nachlesen.

Sie beginnt im Jahr 1676, als Herzog Philipp Wilhelm und seine Gemahlin Elisabeth Amalia Magdalena „der Jungfrau und Mutter Maria ein heiliges Gebäude, dem zu Einsiedeln in der Schweiz ähnlich“ errichten. Das ist heute noch in lateinischen Worten auf dem Grundstein nachzulesen, der in der Pfarrkirche St. Cäcilia aufbewahrt wird.

Wie dieser zusammen mit den Grundmauern der Kapelle gefunden wurde, daran erinnerten Holle und Heimatarchiv-Leiter Wolfgang D. Sauer gestern. 1958 sollten an dieser Stelle Behelfsbauten für 1200 DDR-Flüchtlinge entstehen. Bei den Bauarbeiten stieß ein Bagger in knapp ein Metern Tiefe auf die Grundmauern der ehemaligen Kapelle.

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130 Jahre lang waren Einheimische und Pilger zu Wallfahrtsprozessionen an der Kapelle zusammengekommen. Bereits einige Jahre nach der Errichtung hatte das Herzogspaar die Schwarze Kapelle in die Hände der Kapuziner gelegt und veranlasste den Bau eines kleinen Klosters, Kloster Noven oder kurz Haus Einsiedel genannt. Daran erinnert heute noch der Name der Einsiedelstraße. Das Kloster war zuletzt im Privatbesitz der Familie Flender, 1934 wurde es abgerissen.

Die Kapelle war in der Zeit von Napoleon verkauft und abgebrochen worden. Mit dem Erlös wurden Fische für das Benrather Schlossgewässer gekauft. Dem damaligen Pfarrer Johann Ferdinand Heubes gelang es, die Statue der Schwarzen Muttergottes in die Pfarrkirche St. Cäcilia zu retten. Seit 1902 hat sie dort ihre eigene Kapelle.

Marianne Holle bedankte sich bei allen, die es möglich gemacht haben, mit der Stele weiter das Andenken an die Wallfahrtskapelle zu bewahren. Sie setzt sich weiter dafür ein, dass der Ort etwas Besonders bleibt. Ihr Wunsch ist, dort eine Begegnungsstätte mit einem Raum zur Meditation und Besinnung zu schaffen. Die Pläne dafür liegen in ihrer Schublade bereit.

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