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Garath: SOS-Kinderdorf will dieses Jahr bauen

Garath : SOS-Kinderdorf will dieses Jahr bauen

Das Mehrgenerationenhaus Hell-Ga könnte provisorisch an die Carl-Severing-Straße ziehen, bis das geplante Zentrum mit Kita, Mehrzweckräumen und Stadtteiltreff 2020 bezugsfertig ist.

Wenn es nach Herbert Stauber ginge, dem Chef von SOS-Kinderdorf in Garath, dann könnte der Bauantrag schon jetzt gestellt werden. Denn das Grundstück an der Carl-Severing-Straße hat SOS im Dezember von der katholischen Kirchengemeinde gekauft. "Zu einem fairen Preis", wie Stauber betont. Es liegt keine 50 Meter vom SOS-Büro an der Matthias-Erzberger-Straße entfernt.

Seit der Fusion 2007 von St. Matthäus und St. Nikolaus liegt das Gelände brach. Die Pfarrgemeinde nutzte es nicht mehr, und für Stauber kam das Grundstück zum richtigen Zeitpunkt. Dort soll jetzt übergangsweise das Mehrgenerationenhaus Hell-Ga einziehen. Zurzeit befindet sich die Einrichtung an der Ricarda-Huch-Straße, und zwar auf dem Gelände der seit mehr als drei Jahren entwidmeten Hoffnungskirche. Zwar hat Hell-Ga dort noch ein Nutzungsrecht bis 2020, doch der Eigentümer, die Caritas, möchte dort Ersatz für das Hildegardisheim bauen. Je schneller, desto besser.

Zwar sei der Bauantrag noch nicht gestellt, aber jetzt ginge es in die konkrete Planung. "Ich gehe davon aus, dass Hell-Ga noch in diesem Jahr umzieht", sagt Stauber.

Die Bleibe des Mehrgenerationshauses soll aber nicht von langer Dauer sein. Denn gleich schräg gegenüber will SOS-Kinderdorf ein Familienzentrum bauen. Ende vergangenen Jahres hat der Rat beschlossen, das stadteigene Grundstück an SOS zu verkaufen. Eine Bauvoranfrage ist positiv beschieden und der Kaufvertrag steht kurz vor der Unterschrift.

Bei dem Grundstück handelt es sich um die Grünfläche an der Matthias-Erzberger-Straße 21, direkt neben dem Spielplatz. Lange kämpfte Herbert Stauber darum, für SOS die Hoffnungskirche zu kaufen. Gemeinsam mit Hell-Ga wollte er dort ein Zentrum errichten. Doch daraus wurde nichts. Bekanntlich bekam die Caritas von der evangelischen Kirchengemeinde den Zuschlag.

Nun plant SOS-Kinderdorf auf dem Nachbar-Grundstück eine Kindertagesstätte. Sie soll die Kita "123" an der Koblenzer Straße ersetzen, die als Container-Anlage in Modulbauweise nur auf Zeit dort gebaut soll. Neben dem Kita-Standort soll auf den rund 2800 Quadratmetern ein soziales Zentrum entstehen - unter anderem mit Elterncafé, Stadtteiltreff "und Mehrzweckräume für die Kooperation beispielsweise mit den Sportvereinen", sagt Stauber. Darüber hinaus sei eine Küche mit Verkaufskiosk geplant, "auch für die Nahversorgung der Bürger."

Wenn das Ganze bezugsfertig ist, zieht das Mehrgenerationenhaus von der Carl-Severing-Straße dann einfach nur auf die andere Straßenseite. Doch bis es soweit ist, kann es noch etwas dauern. Zunächst sollen von SOS-Kinderdorf ausgewählte Architekten ihre Entwürfe präsentieren. Herbert Stauber ist aber überzeugt, dass spätestens im nächsten Jahr die Bagger anrücken und mit dem Bau begonnen werden kann. Er rechnet mit einer Bauzeit von zwei Jahren, so dass das Zentrum 2020 bezugsfertig sein könnte.

(RP)