Silke de Roode – eine Frau für alle Fälle

Neue Garather Quartiersmanagerin : Silke de Roode – eine Frau für alle Fälle

Im Dezember bezieht die neue Garather Quartiersmanagerin ihr festes Domizil. Bis dahin hat sie mobile Sprechstunden.

(rö) Im Moment hat Silke de Roode ihr mobiles Büro jeden Freitag von 9 bis 11 Uhr im Café Sonnenrad in der Freizeitstätte, Fritz-Erler-Straße 21, eingerichtet. Denn noch ist das feste Domizil der neuen Quartiersmanagerin nicht fertig. Das wird sich in wenigen Wochen ändern. Als Anlaufstelle wird das ehemalige Ladenlokal der Bäckerei Pass, Fritz-Erler-Straße 27, in der S-Bahn-Unterführung umgebaut. Anfang Dezember soll es fertig sein. Doch für die Übergangszeit hat de Roode kurzerhand aus der Not eine Tugend gemacht. Neben ihrer Sprechzeit in der Freizeitstätte bietet sie bis Ende des Monats mobile Sprechstunden in den vier Garather Zentren ein. Gestern war sie auf dem Vorplatz der Kirche St. Matthäus an der René-Schickele-Straße.

Das Quartiersmanagement ist eine der Ideen, die beim Stadtteilerneuerungsprojekt Garath 2.0 umgesetzt wird. Der Vertrag wurde mit dem Kölner Büro „Stadt- und Regionalplanung Dr Jansen GmbH“ geschlossen und läuft zunächst bis Ende 2021; eine Verlängerung darüberhinaus sei möglich, berichtet das Stadtplanungsamt. Wer jetzt nörgelt, warum ein Kölner Büro zum Zuge gekommen ist, muss wissen, dass Silke de Roode schon seit Jahren in Düsseldorf lebt und sich in der Stadt gut auskennt. In Garath ist sie nun 20 Stunden pro Woche im Einsatz. Zwei RP-Leserinnen hatten de Roodes erste Sprechstunde in der Freizeitstätte zum Anlass genommen, vorbeizukommen. Beide hatten ein Anliegen, um das sich die Quartiersmanagerin kümmern soll. Denn das ist ihr Job: Anregungen weitergeben und Lösungen für Probleme finden. Dabei ist sie natürlich eng verzahnt mit den Mitarbeitern der Verwaltung, sei es der Bezirksverwaltungsstelle oder dem Stadtplanungsamt.

Dass die Garather vielfach stolz sind auf ihren Stadtteil hat Silke de Roode in den ersten Gesprächen bereits erfahren. „Viele loben die gute Infrastruktur und dass Garath von unverbaubarem Grün umgeben ist“, berichtet sie. Ein Ansatzpunkt ist für sie, den Ruf des Stadtteils in der Außenwirkung zu verbessern. Denn vor allem damit hadern viele Bewohner.

Drängende Probleme – auch in Garath – sind die Themen preiswertes Wohnen und Nahversorgung. In den Nebenzentren gibt es kaum noch Geschäfte. Um da gegenzusteuern kann sich de Roode auch privates Engagement vorstellen. So gibt es in vielen Städten mit ähnlichen Problemen inzwischen Tante-Emma-Läden, die von einem Trüppchen Ehrenamtler geführt werden. Hier könnte beispielsweise der neu aufgelegte Verfügungsfonds eine Anschubfinanzierung leisten.

Darüber müsste dann der Beirat entscheiden, für den heute die Bewerbungsfrist abläuft. „Dafür gibt es jede Menge Bewerbungen“, sagt de Roode und führt lobend an, dass es in anderen Städten oft schwierig sei, Menschen zum Engagement zu bewegen. Nicht so in Garath. „Wir werden die fünf Plätze, die wir für die Bewohner des Stadtteils vorgesehen haben, auslosen müssen.“ Den Beirat komplettieren vier Vertreter lokaler Einrichtungen sowie Mitarbeiter der Verwaltung und natürlich de Roode. Bald soll sich das Gremium zusammensetzen, damit noch in diesem Jahr Geld für Projekte ausgegeben werden kann. Bis zu 50.000 Euro gilt es für 2018 noch zu verteilen. 4000 Euro ist die Höchstsumme, die auf einmal ausgeschüttet werden kann. Insgesamt ist der Topf mit 290.000 Euro befüllt, die sukzessive bis 2021 verteilt werden sollen. Aber auch auf Vorschläge, die beispielsweise mit 50 Euro umgesetzt werden können, freut sich Silke de Roode. Wer eine Idee für den Stadtteil hat, kann sich an die Quartiersmanagerin wenden (Komtakt siehe Info-Kasten). Sie hilft dann auch beim Ausfüllen des Zuschussantrags.

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